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INTERVIEW DAI: Gescheiterte oder verschobene Börsengänge verhindern keine IPOs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die bisher gescheiterten oder verschobenen Börsengängein diesem Jahr werden Gesellschaften aus Sicht eines Experten nicht vom Gang aufdas Parkett abhalten. "Die Unternehmen werden jetzt viel sorgfältiger arbeiten",sagte der Direktor des Deutschen Aktieninstituts (DAI), Franz-Josef Leven, amMontag der dpa-AFX in Frankfurt.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die bisher gescheiterten oder verschobenen Börsengängein diesem Jahr werden Gesellschaften aus Sicht eines Experten nicht vom Gang aufdas Parkett abhalten. "Die Unternehmen werden jetzt viel sorgfältiger arbeiten",sagte der Direktor des Deutschen Aktieninstituts (DAI), Franz-Josef Leven, amMontag der dpa-AFX in Frankfurt.

"Ein Börsengang ist kein Spaziergang, sondern eine Wanderung, auf die mansich gut vorbereiten muss." Der Wille zu Neuemissionen hat aus Sicht von Levenkeinen Dämpfer erhalten. In Deutschland ging im vergangenen Jahr laut Expertenkein einziges Unternehmen an die Börse - zum ersten Mal seit 1968. "Anleger sindnach dem Platzen der Spekulationsblase vor vier Jahren sehr kritisch", sagte derDAI-Direktor. "Das ist jetzt eine Art Neuanfang - Wir hatten sehr lange keineBörsengänge mehr."

'MARKT FUNKTIONIERT'

Der eigentlich für diesen Montag geplante Milliarden schwere Börsengang(Initial Public Offering/IPO) der Post-Tochter Postbank war amWochenende um zwei Tage auf diesen Mittwoch verschoben worden. Die Preisspanne,die zuvor bei 31,50 bis 36,50 Euro gelegen hatte, wurde wegen des geringenInteresses der Anleger auf 28 bis 32 Euro gesenkt.

Die Postbank habe in einer "relativ ruhigen Marktlage" nicht ihrenWunschpreis erzielen können und daraufhin die Preisspanne gesenkt, sagte Leven."Das zeigt, dass der Markt funktioniert."

Zur Rolle begleitender Banken bei Börsengängen sagte der DAI-Direktor: "Dieam Börsengang beteiligten Banken dürfen laut den Emissionsrichtlinien derDeutschen Börse 14 Tage vor dem IPO keine Analysen mehr veröffentlichen."Anleger seien dann auf den Prospekt zum Börsengang mit allen Informationen überdas Unternehmen angewiesen. "Es ist schwierig, sich da durchzubeißen und sichein eigenes Urteil zu bilden - Karl May oder Uta Danella sind spannender."

Bei dem geplanten Börsengang der Postbank war die Deutsche Bank in dieKritik geraten. Zunächst scheiterten überraschende Übernahmegespräche desgrößten deutschen Geldinstituts, das als Konsortialführer Einblick in dasInnerste der Postbank hatte. Dann entwickelte sich infolge von Indiskretionenaus dem Haus der Deutschen Bank ein öffentliches Gezerre um den Wert derPostbank.

GESCHEITERTE IPOS

Geplatzt sind im laufenden Jahr drei von bisher sechs geplantenBörsengängen. Die Erfurter X-Fab AG und die Münchener Siltronic AG sagten denSprung auf das Parkett im März ab. Experten hatten X-Fab eine "dilettantische"Vorbereitung vorgeworfen. Die Autowerkstattkette Auto-Teile-Unger verschob ihrenfür Mai geplanten Börsengang zwei Tage vor Zeichnungsbeginn auf unbestimmteZeit. Im Mai gingen zwei IPOs über die Bühne: Die Mitteldeutschen Fahrradwerke(MIFA) und der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf platzierten ihre Titel.

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