Interview
„Daum ist nicht glaubwürdig“

Liga-Chef Werner Werner Hackmann, Chef der Deutschen Fußball-Liga, macht im Interview über Rudi Völlers Erbe deutlich, dass die Bundesliga-Klubs einen Alleingang des DFB-Präsidenten nicht hinnehmen werden.
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Herr Hackmann, wäre Christoph Daum der richtige Trainer für die Fußball-Nationalmannschaft?

Ich habe dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Herrn Gerhard Mayer-Vorfelder, die Meinung der Bundesliga zur Trainerfrage telefonisch mitgeteilt. Dabei habe ich ihm klar gemacht, dass seitens der Mehrheit der Liga erhebliche Bedenken gegen Herrn Daum als Bundestrainer bestehen.

Haben Sie auch persönlich Bedenken gegen Herrn Daum?

Ehrlich gesagt, ja. Aber entscheidend ist, dass die wichtigen Vereine mit einer solchen Lösung große Probleme hätten. Eine Mehrheit für Herrn Daum im deutschen Fußball ist, vorsichtig gesagt, nicht sehr wahrscheinlich.

Zweifeln Sie etwa den Fußball-Sachverstand von Herrn Daum an?

Nein. Aber ich glaube, dass ein Bundestrainer ein Vorbild sein muss. Rudi Völler hat gesagt, dass jemand die Arbeit übernehmen soll, der Vertrauen genießt und der unbefleckt ist. Herr Daum verfügt jedoch aus Sicht vieler Vereine nicht über genügend Glaubwürdigkeit für diese wichtige Position.

Weil vor gut drei Jahren herauskam, dass er Kokain genommen hat?

Es war mehr als das. Am problematischsten war der Umgang von Christoph Daum mit dieser Frage. Er hat öffentlich die Unwahrheit gesagt.

Was spricht aus Ihrer Sicht für Ottmar Hitzfeld als Bundestrainer?

Herr Hitzfeld ist ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet des Fußballs. Das beweisen schon seine Erfolge. Außerdem ist er ein ruhiger, sachlicher und zuverlässiger Mensch, der die Dinge kühl analysiert.

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder will die Trainerfrage zunächst allein vornehmen. Ein Affront gegen Sie?

Herr Mayer-Vorfelder hat erklären lassen, dass die Trainersuche Chefsache ist. Die Liga fühlt sich an diesem Prozess nicht angemessen beteiligt.

Glauben Sie, dass Gerhard Mayer-Vorfelder abgewählt wird, wenn er alleine entscheidet?

Das ist Spekulation. Ich sage noch einmal, dass die wichtigen Vereine eine Beteiligung erwarten. Es bleibt nun abzuwarten, welchen Vorschlag Herr Mayer-Vorfelder dem DFB-Präsidium in der Trainerfrage machen wird.

Wann sollte der Präsident diesen Vorschlag machen?

So bald wie möglich.

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