Archiv
Interview: Der Aero-Aldi

Im Februar hat die irische Billigfluglinie Ryanair im Hunsrück ihr deutsches Drehkreuz eröffnet. Während der Rest der Branche unter den Folgen des 11. Septembers leidet, expandiert Ryanair. Die Iren ärgern die etablierten Fluggesellschaften mit aggressiver Werbung. Mit Dumpingpreisen sorgt Ryanair für Wirbel unter den etablierten Fluggesellschaften. Die Redaktion sprach mit Commercial Director Michael Cawley, dem zweiten Mann bei Ryanair.
  • 0

Wie wird sich die deutsche Binnenluftfahrt in den kommenden fünf Jahren verändern?

Michael Cawley: Es wird mehr Auswahl und mehr Wettbewerb geben, die Preise werden sinken. Auch in Deutschland werden wesentlich mehr Menschen fliegen. Diese Erfahrungen haben wir in Großbritannien, Italien, Frankreich und Skandinavien gemacht. Wir wollen die Zahl unserer Fluggäste in fünf Jahren verdoppeln, in zehn Jahren verdreifachen. Pilot bei einem Billigflieger, das heißt: täglich mehrere Ziele anfliegen, jeden Abend zurück zum Heimatflughafen, denn Übernachtungskosten für die Crew müssen vermieden werden.

Ist das noch ein Traumberuf?

Michael Cawley: Der Beruf des Piloten bleibt attraktiv. Unsere Piloten verdienen durchschnittlich 125 000 Euro im Jahr, dazu kommen Aktienoptionen, die über fünf Jahre laufen und 125 000 Euro wert sind. Damit gehören sie zu den am besten bezahlten in der Branche. Wir haben bereits Personal, das von Lufthansa zu uns gewechselt ist.

Welche Auswirkungen hat der Kampf zwischen etablierten Fluggesellschaften und Billiglinien auf die Beschäftigtenzahl in der deutschen Luftfahrt?

Michael Cawley: Es wird mehr Jobs für Piloten geben; auch bei Lufthansa muss die Zahl der Piloten nicht unbedingt abnehmen. Pro Flugzeug brauchen wir 30 Leute: Piloten, Ingenieure und Flugbegleiter. Dazu kommen pro Flieger mindestens 50 weitere Personen am Flughafen. In Frankfurt Hahn werden wir zwischen acht und zehn Flugzeuge stationieren, das macht allein fast 1.000 neue Jobs in Frankfurt-Hahn. In Deutschland wollen wir insgesamt vier bis fünf Heimatflughäfen eröffnen. Damit schaffen wir 4 000 neue Jobs.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%