INTERVIEW
Deutscher Automarkt kommt für VDA-Chef Gottschalk wieder in Schwung

dpa-afx EISENACH. Der deutsche Automarkt kommt nach Ansicht des Verbands der Automobilindustrie (VDA) trotz einiger Hürden in diesem Jahr wieder in Schwung. "Wenn sich eine Beruhigung im Markt einstellt und die neuen Modelle kommen, bin ich davon überzeugt, dass wieder ein Anstieg sogar oberhalb von 3,5 Mill. Einheiten bei Pkw möglich ist", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk in einem dpa-Gespräch in Eisenach. Bei Nutzfahrzeugen rechnet er mit einem Rückgang der Neuzulassungen. "Wir liegen auf einem extrem hohen Niveau, so dass es hier eine Normalisierung gibt, die keineswegs erschreckend ist."

Die Zahl der Pkw- und Kombi-Neuzulassungen war im vergangenen Jahr um mehr als 11 % auf rund 3,4 Mill. zurückgefallen. "2001 wird konjunkturell geprägt sein durch das schwieriger werdende US-Geschäft", sagte Gottschalk. Sorgen macht ihm auch der Mittelstand, der besonders betroffen sei von einer Veränderung der Abschreibungsfristen, den immer schmaleren Gewinnspannen und der geplanten Reform des Betriebsverfassungsgesetzes. "Es wird ein Kampfjahr, aber wir haben trotzdem alle Chancen", meinte der Verbandspräsident. Der Automarkt werde sich wegen des Effekts der Steuerreform, der Modellpolitik und einer Beruhigung bei den Kraftstoffpreisen wieder beleben.

Der VDA-Präsident fordert wie Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) mehr Wettbewerb auf der Schiene. "Ich unterstütze das mit", sagte Gottschalk. "Für mich ist wichtig, dass wir eine leistungsfähige Bahn haben, die auch zu Kooperationen in der Lage ist." Viele der Nutzfahrzeugkunden seien auch Bahnkunden. Deswegen werde man nur mit einer besseren Leistungsfähigkeit und einer größeren Kundenorientierung der Bahn die Initiativen starten können, um mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu holen. Weil auf der Straße aber derzeit drei Viertel aller Gütertransporte rollen, fordert Gottschalk mehr Mittel für den Güterverkehr.

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