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Interview: Eskalation bei Opel kann Konjunktur belasten - HVB-Chefvolkswirt

Eine Eskalation der Proteste im Bochumer Opel-Werk kann nach Einschätzung von Hypovereinsbank-Chefvolkswirt Martin Hüfner negative Folgen für die Konjunktur haben.

dpa-afx MÜNCHEN. Eine Eskalation der Proteste im Bochumer Opel-Werk kann nach Einschätzung von Hypovereinsbank-Chefvolkswirt Martin Hüfner negative Folgen für die Konjunktur haben. Länger anhaltende Streiks oder eine Schließung des Werks durch General Motors könnten die Verbraucherstimmung belasten und damit das Wirtschaftswachstum in Deutschland drücken, sagte Hüfner am Montag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Beim Wachstum kann da schnell der eine oder andere Zehntelpunkt zusammenkommen", sagte er.

Die Arbeitsniederlegung im Bochumer Opel-Werk bezeichnete Hüfner als kontraproduktiv. Amerikanische Unternehmen hätten für solche Aktionen wenig Verständnis. "Es besteht die Gefahr, dass die Amerikaner sagen: Jetzt machen wir den Laden dicht." Der Betriebsrat wäre deshalb gut beraten, die Lage zu deeskalieren.

Für die Probleme der deutschen GM-Tochter machte Hüfner neben schweren Managementfehlern auch Standortnachteile verantwortlich. Dazu gehörten eine schwache Binnennachfrage und die hohen Energiekosten.

Bis Montagmittag zeichnete sich bei der Arbeitsniederlegung im Bochumer Opel-Werk kein Ende ab. Die Blockade des Werks solle bis auf weiteres fortgesetzt werden, erklärte ein Belegschaftssprecher am Montagvormittag nach Gesprächen mit dem Betriebsrat. General Motors hatte angekündigt, in Deutschland binnen zwei Jahren 10 000 Stellen streichen zu wollen, darunter 4 000 in Bochum.

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