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Interview Hannover Rück mit Baden-Baden-Vertragsverhandlungen sehr zufrieden

Die Hannover Rück blickt zuversichtlich auf das kommende Jahr. Der weltweit viertgrößte Rückversicherer ist mit den derzeit laufenden Vertragsverhandlungen mit Erstversicherern nach Aussage von Vorstandsmitglied Michael Pickel "sehr zufrieden".

dpa-afx BADEN-BADEN. Die Hannover Rück blickt zuversichtlich auf das kommende Jahr. Der weltweit viertgrößte Rückversicherer ist mit den derzeit laufenden Vertragsverhandlungen mit Erstversicherern nach Aussage von Vorstandsmitglied Michael Pickel "sehr zufrieden". "Die Nachfrage nach Leistungen der Hannover Rück ist größer als im Vorjahr", sagte Pickel der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch in Baden-Baden. Dort treffen sich Rückversicherer jährlich mit ihren Kunden, den Erstversicherern, um zum 1. Januar 2005 neue Verträge auszuhandeln.

"Wir haben auf hohem Niveau keinen Preisverfall", betonte er. "Die Geschäfte laufen gut und sind überaus profitabel." Pickel ist bei dem im MDax notierten Rückversicherer für die Region Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien zuständig. Mit Blick auf den Auftakt der diesjährigen Vertragserneuerungsrunde im September in Monte Carlo sagte Pickel: "Die Frage nach Preissenkungen stellt sich nicht mehr - in Monaco wurde noch darüber verhandelt. Das ist nun vom Tisch." Er führt dies unter anderem auf die außergewöhnliche Häufung von Hurrikans in diesem Spätsommer zurück. "In gewissen Segmenten sind Preissteigerungen möglich." Der Vorstand des Rückversicherers nannte hier die Kfz-Haftpflicht, die allgemeine Haftpflicht und teilweise auch den Bereich Naturkatastrophen.

Krisen BEI Wettbewerbern Treiben Kunden ZU Hannover Rück

Für den Zulauf von Erstversicherungs-Kunden zur Hannover Rück macht Pickel mehrere Faktoren verantwortlich: Die Krise beim angeschlagenen Schweizer Konkurrenten Converium , der sein Geschäft deutlich verkleinern muss, sowie die Entscheidung der Gothaer Rück, kein Neugeschäft mehr zu zeichnen. "Beide sind in ähnlichen Geschäftsfeldern tätig wie die Hannover Rück", sagte der Vorstand. Die Probleme bei Converium würden aber nicht dauerhaft mehr Kunden zu den Hannoveranern treiben. "Das ist ein Einmaleffekt, der zum 1. Januar 2005 wirksam wird, danach ist der Kuchen verteilt."

Die Versicherungsbranche sei zudem verunsichert wegen den Schlagzeilen über Wettbewerbern wie Gerling Globale oder der französischen Scor . "Die Krisen bei größeren Rückversicherern haben sich seit 2002 gehäuft - davon profitiert die Hannover Rück als etablierte Marke."

Herbst- und Wintersturm-Saison IN Europa

Unterdessen blicken Rückversicherer auf die diesjährige Saison der Herbst- und Winterstürme in Europa. Falls ein oder mehrere große Stürme über die Region ziehen, könnte das die Ergebnisse schmälern. Angesichts hoher Hurrikan-Schäden in den USA hatte die Hannover Rückversicherung AG Mitte Oktober ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr von 390 bis 430 Mill. Euro auf 300 Mill. Euro zusammengestrichen. "In Europa sind wir aber weniger stark engagiert als in den USA, das gilt für jeden Rückversicherer", sagte Pickel.

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