Interview: Hörster: „Ich traue mir alles zu“

Interview
Hörster: „Ich traue mir alles zu“

HB/dpa LEVERUSEN. Bayer Leverkusens neuer Cheftrainer gibt sich optimistisch, die Aufgabe als Nachfolger von Klaus Toppmöller auf der Bank des angeschlagenen deutschen Vize-Meisters zu bewältigen.

Wann haben Sie von ihrer Berufung zum neuen Cheftrainer in Leverkusen erfahren?

Ich habe Ende Januar zum ersten Mal in der Presse davon gelesen und gedacht, dass ist ein Ablenkungsmanöver von Bayer-Manager Reiner Calmund. Angerufen hat er mich am Sonntagmorgen, um es mir mitzuteilen.

Schon an diesem Dienstag sitzen Sie in der Champions League gegen Newcastle United auf der Trainerbank. Sind Sie vorbereitet?

Noch habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich habe ein paar Mal die Leverkusener Mannschaft von der Tribüne aus gesehen. Doch da habe ich nur locker zugeschaut und wenig mitgenommen.

Ist es denn nur ein unwichtiges Testspiel für Sie, da alle Konzentration dem Bundesliga-Abstiegskampf gelten soll?

Nein, ich glaube, dass wir uns da das notwendige Selbstbewusstsein holen können. Außerdem kann ich die richtigen Leute und Erkenntnisse finden.

Sie beklagen fehlende Disziplin. Wie wollen Sie diese den Spielern einpauken?

Ich gehe ganz unbefangen an meine Aufgabe ran, werde aber versuchen sie mit einem System bis zum Ende der Saison durchsetzen. Vor allem geht es mir um die Disziplin auf dem Platz. Da ist einigen Leuten nicht bewusst, was für eine Aufgabe sie zu erfüllen haben. Es muss aber jedes Rad in das andere greifen, damit es voran geht. Da werde ich angreifen.

Sie sind seit 25 Jahren bei Bayer Leverkusen. Was für eine Bindung haben Sie zum Club?

Das Emotionelle ist bedeutend größer als alles andere. Ich bin seit 25 Jahren dabei, erst als Profi und dann als Jugendtrainer. Ich habe eine ganz große Bindung zu Bayer.

Können Sie es auch schaffen, den abstiegsgefährdeten Vizemeister wieder in sicheres Gewässer zu lenken?

Ich traue mir alles zu. Wir werden viel miteinander unterhalten müssen. Doch die Zeit ist knapp. Die Spieler müssen Schritt für Schritt den Optimismus wiederfinden.

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