Interview
„Ich umarme Mayer-Vorfelder“

Der künftige Verbandschef Theo Zwanziger über den DFB, Klinsmann und Stehtribünen.

Herr Zwanziger, Sie sind zuletzt in der Fankurve von Borussia Mönchengladbach gesehen worden?

Zwanziger: Wieso sollte ich das leugnen? Ich bin seit 40 Jahren Fan der Borussia, und es gab Zeiten, da konnte ich nachts wegen Mönchengladbach nicht schlafen. Vorige Saison, beim letzten Spiel auf dem Bökelberg, war ich noch einmal in der Fankurve. Ich muss nicht in der Vip-Loge sitzen.

Fühlen Sie sich da nicht wohl?

Zwanziger: Das richtige Fußball- Klima erleben Sie in Vip-Logen in aller Regel nicht. Das erleben Sie, wenn Sie normal im Stadion sitzen und eine Bratwurst essen. Ich weiß aber, dass Vip-Logen nötig sind. Allerdings habe ich dort bei manchen Leuten das Gefühl, dass sie sich nicht so sehr für Fußball interessieren, sondern dass es mehr ums Business geht. Mich dürfen Sie nicht ansprechen, wenn Gladbach spielt oder die Nationalmannschaft. Manchmal wünsche ich mir sogar, wieder auf der Stehtribüne zu stehen.

Als DFB-Präsident wird das schwierig.

Zwanziger: Das sind halt die Nachteile. Ich bin ein offener, spontaner Mensch. Nun werde ich mich etwas bremsen müssen.

War es denn eine spontane Entscheidung, für das Amt zu kandidieren?

Zwanziger: Spontan nicht, aber sie war mit viel Emotionalität verbunden. Es war eine der schwersten Entscheidungen der letzten 20 Jahre, als ich zu Gerhard Mayer-Vorfelder sagen musste: Ich bin bereit, gegen Sie zu kandidieren. Zu einem Präsidenten, zu dem ich ein ausgezeichnetes Verhältnis habe. Aber es war notwendig für die Zukunft des Verbands. Das hat MV akzeptiert. Unser Grundvertrauen ist erhalten geblieben.

Das ist schwer vorstellbar.

Zwanziger: Das verstehe ich. Aber ich kann Ihnen sagen, dass das kein Schauspiel ist. Wenn wir uns im Büro sehen, umarmen wir uns erst einmal. Ich mag ihn.

Warum denn?

Zwanziger: Ich mag seine angenehme Kinderstube. Ich habe ihn noch nie brüllen hören. Er ist ein Mensch, der lachen kann und Stehvermögen hat. Und ich mag seine generalistische Art zu arbeiten.

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