Interview im Stern
Schmid: "Gigantische Schadenersatzforderungen im Pleite-Fall"

Die France Telecom hat am Dienstag ihre Zusammenarbeit mit dem deutschen Mobilfunk-Unternehmen Mobilcom aufgekündigt. Der französische Telekomkonzern begründete den Schritt in einer am späten Nachmittag in Paris verbreiteten Erklärung damit, dass Mobilcom und deren Firmenchef Gerhard Schmid gegen eine Reihe von Vereinbarungen zwischen den beiden Unternehmen verstoßen hätten.

ap PARIS/FRANKFURT. Zuvor hatte Schmid einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit dem "Stern" zufolge Einigungsbereitschaft im Dauerstreit mit dem französischen Partner signalisiert. "Wenn France Telecom dann die Kontrolle über Mobilcom übernehmen will und einen fairen Preis bietet, wird eine Einigung nicht an mir scheitern". Schmid erklärte, er halte es für ausgeschlossen, dass France Telecom Mobilcom in die Pleite treiben würde.

Nach Ansicht von Schmid wird sich France Telecom an die eingegangenen Verpflichtungen halten. Im Falle einer Pleite der Mobilcom "stünden den Franzosen gigantische Schadenersatzforderungen ins Haus", erklärte der Manager.

Bei Mobilcom wird Ende Juli ein 4,7-Millionen-Euro-Kredit fällig, für den nur mit Hilfe der France Telecom eine Anschlussfinanzierung gefunden werden kann. Die hoch verschuldeten Franzosen halten 28,5 Prozent an Mobilcom und wollen die Firma ganz übernehmen, allerdings nicht die Schulden in die eigene Bilanz einstellen. Schmid hat rund 40 Prozent der Anteile, seine Frau zehn Prozent. Er hat vor mehreren Wochen einen Preis von 22 Euro pro Aktie als akzeptabel genannt.

Der Firmengründer wird seit Wochen von France Telecom unter Druck gesetzt. Vor zwei Wochen war er auf der Hauptversammlung mit den Stimmen der France Telecom nicht entlastet worden. Hintergrund des Streits ist nach Ansicht aller Beobachter das Tempo, mit dem der UMTS-Ausbau in Deutschland vorangetrieben werden soll. Schmid wollte Gas geben, die hoch verschuldete France Telecom als Finanzier der Pläne ist für eine ruhigere Gangart.

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