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Interview: Konsumklimaeintrübung nährt Sorge vor neuem Abwärtstrend - GfK-Chef

(dpa-AFX) Nürnberg - Die deutliche Eintrübung des deutschen Konsumklimas im Juli nährt nach Einschätzung des Markforschungsinstituts GfK die Sorge vor einem neuerlichen Abwärtstrend. "Die im Vormonat aufgekeimte Hoffnung einer möglichen Stimmungswende hat sich wieder zerschlagen", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK < GFK.ETR > , Klaus Wübbenhorst, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

(dpa-AFX) Nürnberg - Die deutliche Eintrübung des deutschen Konsumklimas im Juli nährt nach Einschätzung des Markforschungsinstituts GfK die Sorge vor einem neuerlichen Abwärtstrend. "Die im Vormonat aufgekeimte Hoffnung einer möglichen Stimmungswende hat sich wieder zerschlagen", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK < GFK.ETR > , Klaus Wübbenhorst, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

"Wirklich bedrückend" sei, dass alle Indikatoren nicht nur unter ihrem Vormonatswert, sondern auch niedriger als vor einem Jahr seien, sagte Wübbenhorst. Der Vergleich zum Vorjahr hatte in den vergangenen Monaten trotz der enormen Stimmungsschwankungen noch etwas Hoffnung verbreitet. "Nun gewinnt die Entwicklung die Tendenz, möglicherweise einen Abwärtstrend auszubilden", warnte Wübbenhorst. Die Stimmungsabschwünge seien deutlich stärker als die Aufschwünge.

Lohnverzicht UND Mehrarbeit Kein Allheilmittel

Angesichts der Diskussion um Lohnverzicht und Mehrarbeit bei einzelnen Unternehmen erscheine auch die für den kommenden Monat eigentlich zu erwartende "entscheidende Aufwärtsbewegung" als "nicht gesichert". Die Einigung bei Siemens und Daimlerchrysler sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, aber "kein Allheilmittel", sagte Wübbenhorst. Die jüngsten Daten untermauerten, dass der private Konsum den Aufschwung in Deutschland nicht stützen werde. Das gegensätzliche Stimmungsbild bei Unternehmern und Konsumenten verdeutliche, dass der Exportboom bisher an der Binnennachfrage vorbei gehe.

Bei der im Einzelfall gefundenen Einigung dürfte die negative Wirkung des Einkommensverzichts durch ein höheres Maß an Arbeitsplatzsicherheit für die Betroffenen übertroffen werden. In der Gesamtwirkung seien die gefundenen Kompromisse damit "positiv" zu beurteilen, sagte Wübbenhorst. Insbesondere die Berechenbarkeit der eigenen Arbeitsplatzsicherheit sei dadurch gestiegen. Angesichts der angespannten Arbeitsmarktlage sei dies in Deutschland "ein sehr hohes Gut".

'Bedrohliches Szenario'

Ein "bedrohliches Szenario" entstehe aber durch den sich offensichtlich festigenden Eindruck der Bundesbürger, der Verlierer der Reformdiskussion in Deutschland zu sein, sagte Wübbenhorst. Es sei weiterhin kein klares Konzept auszumachen, das dann schrittweise abgearbeitet werde. "Die Klarheit wird vermisst."

Im Hinblick auf den ersten freiwilligen Sommerschlussverkauf (SSV) sagte Wübbenhorst: "Der Sonderverkauf hat seine Magnetwirkung offensichtlich nicht eingebüßt." Mit Rabatten von bis zu 70 Prozent drehe sich allerdings die Preisspirale weiter nach unten. "Die Deutschen gewöhnen sich an die Ausverkaufsituation", warnte Wübbenhorst. Wer die Verbraucher nachhaltig zum Schnäppchenjäger erziehe, müsse wissen, dass diese dann auch so handelten und weiter auf günstige Angebote warteten.

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