Archiv
INTERVIEW: Mindestbesteuerungs-Diskussion 'falsches Signal' - GfK-Chef

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Das Marktforschungsinstitut GfK hält die Diskussion umeine Verschärfung der Mindestbesteuerung in Deutschland für verfehlt. "HöhereSteuern für Unternehmen wären jetzt das falsche Signal", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK , Klaus Wübbenhorst, am Dienstag derNachrichtenagentur dpa-AFX. Höhere Steuern hätten negative Folgen fürInvestitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Diskussion trage imHinblick auf die Sorge Nummer Eins der Deutschen, die hohe Arbeitslosigkeit,nicht zu einer Milderung des Problemdrucks bei.

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Das Marktforschungsinstitut GfK hält die Diskussion umeine Verschärfung der Mindestbesteuerung in Deutschland für verfehlt. "HöhereSteuern für Unternehmen wären jetzt das falsche Signal", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK , Klaus Wübbenhorst, am Dienstag derNachrichtenagentur dpa-AFX. Höhere Steuern hätten negative Folgen fürInvestitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Diskussion trage imHinblick auf die Sorge Nummer Eins der Deutschen, die hohe Arbeitslosigkeit,nicht zu einer Milderung des Problemdrucks bei.

"Das ist Gift für Investitionsentscheidungen", sagte Wübbenhorst. Der"Zick-Zack-Kurs der Politik" schüre die Unsicherheit in Deutschland weiter. Diegrößte soziale Schieflage seien nicht unterschiedliche Steuerlasten, sondernwachsende Arbeitslosigkeit. Sie bleibe der Schlüssel für eineStimmungsverbesserung und damit steigenden Konsum. "Die Aufgabe ist klardefiniert", sagte Wübbenhorst.

ARBEITSLOSIGKEIT FÜHRT SORGENLISTE IN EUROPA WEITER AN

Auch in Europa insgesamt führt Arbeitslosigkeit der jüngsten GfK-Studie"Challenges of Europe" zufolge mit großem Abstand die Sorgenliste weiter an. Infünf von acht befragten Staaten gilt die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit alsdringlichste Aufgabe. Dies hemme die Anschaffungsneigung und führe dazu, dassdas Konsumklima insbesondere in Deutschland nicht deutlich steige.

Die Deutschen leiden im europäischen Vergleich unter denArbeitsmarktproblemen am stärksten. Weitab von allen anderen Themen sehen 77Prozent aller Deutschen die Arbeitslosigkeit als dringlichstes Problem. Andieser pessimistischen Sicht habe sich in den vergangenen Jahren trotz der"durchaus beachtlichen" Reformen der Bundesregierung keine grundsätzlicheÄnderung ergeben. In Deutschland habe die Besorgnis im Gegenteil seit 2002 sogarnoch leicht zugenommen.

KEINE ENTWARNUNG

Gemessen an der Sorge Nummer Eins der Deutschen sei die Reformpolitik derBundesregierung noch lange nicht am Ziel angelangt. Schließlich sei es nichtgelungen, die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken. "Es gibt keine Entwarnung",sagte Wübbenhorst. Arbeitslosigkeit dürfte das Topthema bleiben. Schließlich seidas Wirtschaftswachstum zu schwach, um die Arbeitslosigkeit nachhaltig zusenken. Wübbenhorst warnte angesichts dieser Konstellation vor einem Nachlassendes Reformeifers. "Die Reformen gehen in die richtige Richtung. Nur Ausmaß undGeschwindigkeit der Umsetzung bleiben ungenügend", sagte Wübbenhorst. Dieeingeleiteten Reformen hätten zumindest zu einer Stabilisierung derArbeitslosigkeit beigetragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%