Interview mit dem Deutschland-Chef: Apple erwartet keine nennenswerte Belebung nach Kriegsende

Interview mit dem Deutschland-Chef
Apple erwartet keine nennenswerte Belebung nach Kriegsende

Trotz des sich abzeichnenden Endes des Irak-Kriegs rechnet der Computer-Hersteller Apple nach Worten von Deutschland-Chef Frank Steinhoff in der Bundesrepublik vorerst weiter nicht mit großen Zuwächsen. "Uns trifft der allgemeine Kaufverzicht - der Krieg hat da sicherlich auch eine Rolle gespielt", sagte Steinhoff am Donnerstag.

Reuters MÜNCHEN. "Gerade in Deutschland bedarf es aber mehr Impulse als lediglich eines Kriegsendes." Vielmehr sei die Politik gefordert, angekündigte Reformen endlich umzusetzen und damit für die Wirtschaft Sicherheit und Planbarkeit zu schaffen.

In Apples wichtigster Kundensparte - dem so genannten Kreativ-Bereich, also Werbeagenturen oder Redaktionen - fehlt es Steinhoff zufolge nach wie vor an einer durchgreifenden Belebung. Positiv wertet der Manager hingegen, dass der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino, im abgelaufenen Quartal gerade bei hochpreisigen Notebooks kräftig habe zulegen können.

Apple hatte in der Nacht zum Donnerstag die Zahlen für das zum 29. März endende zweite Quartal 2002/03 veröffentlicht und dabei einen Gewinnrückgang auf vier US-Cent je Aktie nach elf Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum ausgewiesen. Damit lag der Konzern am oberen Ende der Analysten-Erwartungen. Der Umsatz fiel auf 1,48 (Vorjahr 1,50) Milliarden Dollar.

Das Wachstum im Kreativ-Bereich stagniere derzeit, sagte Steinhoff, fügte aber hinzu, dass auf längere Sicht wieder mit einer Belebung zu rechnen sei: "Ich glaube schon, dass da ein Investitionsstau vorhanden ist." Eine Prognose, wann hier wieder deutliche Zuwächsen zu erwarten seien, wollte der Deutschland-Chef nicht wagen. Impulse erhoffe er sich aber durch die für den Sommer geplante Verfügbarkeit der Programme "Adobe Acrobat Reader" und "QuarkXPress" für das aktuelle Apple Betriebssystem MacOS X.

Erfolge erzielt Apple nach Steinhoffs Worten derzeit vor allem in Deutschland im Bildungsbereich und bei kleineren Firmen wie Rechtsanwälten, Ärzten oder Architekten. Auch gelinge es dem Konzern zunehmend, Nutzer des Mircosoft-Betriebssystems zum Wechsel zu bewegen. "Ich sehe optimistisch in die Zukunft, aber nicht euphorisch", sagte Steinhoff.

42 Prozent der im Quartal ausgelieferten Apple-Computer waren Notebooks. Während der Verkauf der anderen Produktbereiche zum Teil massiv einbrach, konnte der Konzern den Absatz seiner hochpreisigen PowerBooks im Vergleich zum Vorquartal um 50 Prozent steigern. Steinhoff zufolge ist ein weiterer Zuwachs bei mobilen Geräten durchaus noch möglich: "Ich denke, dass da 50 Prozent sicherlich zu machen sind."

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