Interview mit dem F-Secure-Chef
Handys werden Ziel von Virenattacken

Schädliche Programme werden schon bald nicht nur PCs, sondern auch moderne Mobiltelefone befallen. Davon ist der Chef des finnischen Softwareproduzenten F-Secure, Risto Siilasmaa, jedenfalls überzeugt.

HB ZÜRICH. "Sobald die Zahl der modernen Handys, so genannter Smartphones, eine kritische Masse erreicht, und junge Hacker sich mit den Geräten beschäftigen, werden wir den ersten gefährlichen Virus haben", sagte Siilasmaa in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Smartphones vereinen die Funktion von Telefons und Minicomputer in einem Gerät. F-Secur stattet seit kurzem ein Smartphone des finnischen Handy-Weltmarktführers Nokia ab Werk mit seiner Antiviren-Software aus. Weitere Vertragsabschlüsse sowohl mit Mobiltelefon-Herstellern als auch Netzbetreiben stünden bevor, sagte Siilasmaa.

Der erste Handy-Virus namens "Cabir", der einen Fehler in der immer beliebter werdenden Funktechnik "Bluetooth" ausgenutzt hat, sei im Juni aufgetaucht. Die Hacker hätten ihn absichtlich "harmlos" gestaltet. Mit "Cabir" sei allerdings der Beweis erbracht worden, dass solche Viren sich auch drahtlos verbreiten können. Siilasmaa zeigte sich deshalb zuversichtlich, dass sich F-Secures Investitionen in mobile Antiviren-Technologie sich auszahlen werden. Siilasmaa geht davon aus, dass es nur zehn ernste Virenattacken auf Mobilfunkgeräte braucht, damit das Thema in aller Munde sei. Zur Untermauerung seiner These verwies er auf die Anfang der neunziger Jahre aufgetauchten Computerviren. "Damals gab es nicht mal zehn Computerviren auf der ganzen Welt, vergleichen Sie das mal mit heute."

F-Secure habe die "Mobile Sicherheit" zu einem Kernbereich erklärt und seit drei Jahren ausgebaut. Die in diesem Bereich die ersten Gewinne geschrieben würden, könnte es jedoch noch dauern, sagte Siilasmaa. "Dieses Geschäft wird erst in zwei Jahren anlaufen", sagte er, "doch sollten die Umsätze schon in einem Jahr wachsen". In der ersten Jahreshälfte 2004 hatte die Sparte seinen Angaben zufolge ein Prozent zum Gesamtumsatz von 22,2 Mill. ? beigetragen.

F-Secure belegt unter den Herstellern von Antiviren-Software nach den Worten von Siilasmaa weltweit den sechsten oder siebten Platz. Marktführer sei die US-amerikanische Firma Symantec. Ein Drittel seines Umsatzes erziele F-Secure in Skandinavien, weitere 40 % steure das restliche Europa bei.

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