Interview mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin
Wowereit will schnelle Neuordnung der Bankgesellschaft

Die Handelsblatt-Redakteure Barbara Gillmann und Andreas Mihm sprachen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) über die Zukunft der Bankgesellschaft Berlin.

Frage: Die Bankgesellschaft, an der Berlin 56% hält, ist schwer angeschlagen. Sie braucht 4 Mrd. DM frisches Kapital. Wie geht es weiter?

Wowereit: Wir suchen nach einem Konzept und nach neuen Partnern. Zwei Dinge stehen dabei im Vordergrund: Die Bank muss ein starkes Institut bleiben, denn es geht auch um viele Arbeitsplätze. Zweitens müssen wir die Neuordnung der Eigentümerstruktur zügig angehen.

Frage: Welche Rolle werden NordLB und Parion, die 20 % und 7,5 % an der Bank halten, spielen? Zeichnen die die Kapitalerhöhung mit?

Wowereit: Das weiß ich noch nicht, das gehört zum Gesamtpaket. Wir führen Gespräche mit allen Beteiligten, auch mit anderen Interessenten.

Frage: Auch mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband?

Wowereit: Auch mit dem. Finanzsenatorin Christiane Krajewski und ich haben das Thema zur Chefsache gemacht. Das steht ganz oben auf der Tagesordnung. Wir brauchen positive Signale für die Jahreshauptversammlung Ende August.

Frage: Welche?

Wowereit: Ein Signal ist, dass wir das notwendige Kapital zur Verfügung stellen. Aber das andere Signal muss natürlich zeigen, dass die Bank strukturell aus der Schieflage herauskommt. Es geht nicht nur darum, wie sich die Bank reorganisiert sondern auch darum, mit welchen Eigentümern man sie weiter führen wird. Wir müssen die Eigentümerstruktur klären.

Frage: Vor der Hauptversammlung?

Wowereit: Wir suchen nach Lösungen. Je schneller desto besser. Aber der Zeitdruck darf nicht zu unbefriedigenden Lösungen führen. Deshalb bin ich beim Zeithorizont noch etwas vorsichtig.

Frage: Ist Berlin in der Lage, die Kapitalerhöhung alleine zu stemmen?

Wowereit: Dafür haben wir vier Mrd. DM im Nachtragshaushalt eingeplant.

Frage: In dem Fall hielte das Land 90 % an der Bank und könnte die an private Investoren verkaufen. Das wäre doch reizvoll. Zumal sie erklärt haben, ihren Anteil auch komplett verkaufen zu können.

Wowereit: Es gibt offensichtlich mehrere Optionen.

Frage: Sprechen Sie mit Privatbanken als mögliche Investoren für die Bankgesellschaft?

Wowereit: Wir loten alle Möglichkeiten aus. Es gibt Interessenten. Ich bin jemand, der bei Verhandlungen gerne mehrere Optionen offen hat. Entscheidend ist, dass wir eine Gesamtlösung finden. Wir werden die Bank nicht in Einzelteile auflösen mit dem Ergebnis, dass das Land Berlin auf dem schwierigen Immobilienbereich sitzen bleibt.

Frage: Wird Bank-Chef Wolfgang Rupf abgelöst?

Wowereit: Herr Rupf ist Vorstandssprecher der Bankgesellschaft. Eine Nachfolgefrage steht nicht an. Wir müssen erst wissen, wie es mit der Bankgesellschaft insgesamt weiter geht. Danach sind auch Personalfragen zu entscheiden.

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