Interview mit Hansgeorg Hofmann
CoBra-Geschäftsführer: "Das Amt hat nichts gegen die Cobra in der Hand"

Reuters FRANKFURT. Die Cobra-Beteiligungsgesellschaft verfügt nicht mehr über 17 % der Stimmrechte an der Commerzbank. "Wir haben schon in der vergangenen Woche in Erwartung des BAKred-Entscheids die an uns übertragenen Stimmrechte wieder an die entsprechenden Aktionäre zurückgegeben", sagte Cobra Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann am Montagnachmittag in einem Telefon-Interview. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) hatte am Montag bestätigt, es habe der Cobra untersagt, ihre Stimmrechte auszuüben. Das Amt erklärte, es dürfe darüber hinaus keine näheren Angaben zu seinem Beschluss machen.

Hofmann bekräftigte, er werde den BAKred-Beschluss vor dem Verwaltungsgericht anfechten, da er diesen für "außerordentlich unfair" halte. Nach seinen Worten habe das Amt den Beschluss nur mit einem persönlichen steuerlichen Verstoß seinerseits begründet, der drei Jahre zurückliege. "Ich hatte ein steuerrechtliches Problem, aber das bezog sich auf meine persönlichen Einkommensverhältnisse und liegt knapp drei Jahre zurück", sagte Hofmann. Damit sei aber nichts darüber ausgesagt, ob er in der Lage sei, Bankgeschäfte zu führen. Hofmann hatte 1997 Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet und war als Vorstandsmitglied der Dresdner Bank zurückgetreten.

"Das Amt hat nichts gegen die Cobra in der Hand", sagte Hofmann. Er bekräftigte, Cobra halte jetzt weder Aktien noch Stimmrechte der Commerzbank. Offen ließ er jedoch, inwieweit Rebon, die niederländische Muttergesellschaft der Cobra, noch an der Commerzbank beteiligt ist. "Cobra hält nichts mehr an der Commerzbank, wie es mit der Rebon aussieht, kann ich nicht sagen", fügte Hofmann hinzu. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Aktionäre weiterhin als ein Block abstimmen werden. Hinter Rebon stehen Investoren um die beiden Klaus-Peter Schneidewind und Clemens Fedder. Hofmann wies Spekulationen anderer Medien zurück, wonach die Cobra von russischen Investoren unterstützt werde: "Wir haben kein russisches Geld", sagte Hofmann.

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