Interview mit Jens Voigt
"Wir waren einfach nicht gut genug"

Mit der Vergabe der Medaillen hatten die deutschen Starter beim Straßenrennen nichts zu tun. Radfahrer Jens Voigt äußert sich im Interview zu den Gründen für das unerwartet schlechte Ergebnis.

Die deutsche Mannschaft hat beim olympischen Straßenrennen enttäuscht und die Medaillenränge deutlich verfehlt. Im Interview äußert sich Radprofi Jens Voigt zum schwachen Abschneiden.

Frage: "Jens Voigt, beim olympischen Straßenrennen war das Ziel für die deutsche Mannschaft eine Medaille. Warum wurde dies verpasst?"

Jens Voigt: "Wir waren einfach nicht gut genug und konnten am Berg nicht mithalten. Wir sollten nicht nach Entschuldigungen suchen. Alle hatten die gleichen Bedingungen."

Frage: "Gerade aus der deutschen Mannschaft ist Kritik an der Länge des Kurses laut geworden, zumal schwierige klimatische Bedingungen vorherrschten. Teilen Sie die Meinung?"

Voigt: "Wer hat denn gesagt, dass Olympia leicht wird? Radrennen ist nun einmal ein harter Sport. Im Frühjahr bei den Klassikern oder bei der WM fahren wir doch auch 240km. Natürlich wäre ich lieber zwei Runden weniger gefahren, dann wäre das Rennen interessanter geworden, weil dann einige Fahrer mehr riskiert hätten."

Frage: "Wie sind Sie denn mit den Bedingungen zurechtgekommen?"

Voigt: "Es ist wie im Höhentrainingslager. Die Sauerstoffmenge ist geringer. Alle sind einen Gang niedriger gefahren. Man erholt sich nicht so schnell."

Frage: "Sie waren früh in einer Ausreißergruppe. War das der Grund für Ihren Ausstieg eine Runde vor Schluss?"

Voigt: "Das war ja unsere Taktik, die auf Stefan Schumacher ausgerichtet war. Bert Grabsch und ich sollten in einer Ausreißergruppe vertreten sein. Das haben wir geschafft, aber wir sind nicht richtig weggekommen. Am Ende war es sinnlos. Das hat Kraft gekostet. Aber nochmal: Für die drei da vorne waren die Bedingungen nicht grenzwertig. Wir waren nicht gut genug. Das ist enttäuschend."

Frage: "Wie sieht Ihr weiteres Programm aus?"

Voigt: "Ich bin ja noch als Ersatzfahrer für das Einzelzeitfahren vorgesehen. Am 14. August fliegen wir alle zusammen zurück. Nach Olympia starte ich beim Grand Prix Plouay und dann steht für mich die Deutschland-Tour auf dem Programm."

© SID

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