Interview mit Rainer Feuerhake
Preussag hat konkrete Pläne für den Schuldenabbau

Der Preussag-Konzern sieht sich nach den Worten von Finanzvorstand Rainer Feuerhake bei dem Abbau der hohen Verschuldung auf gutem Weg. Anlässlich der Vorlage der Bilanz für das erste Quartal 2002 präzisierte Feuerhake am Mittwoch die Kalkulation zum Schuldenabbau.

Reuters HANNOVER. Das Ziel, den aktuellen Schuldenstand von 6,4 Milliarden Euro bis Frühjahr nächsten Jahres auf etwa vier Milliarden Euro zu senken, sei damit erreichbar, sagte Feuerhake der Nachrichtenagentur Reuters. Die dadurch deutlich niederigere Zinsbelastung werde sich bereits 2002 bemerkbar machen.

Allein der Verkauf der Fels-Werke an die Duisburger Haniel-Gruppe bringe rund 700 Millionen Euro, sagte Feuerhake. Das Geschäft sei mit der Billigung durch die Kartellbehörden Anfang Mai endgültig abgeschlossen. Der Erlös werde in der Halbjahresbilanz voll dem Schuldenabbau zu Gute kommen.

Jeweils 400 bis 500 Millionen Euro sollen der Verkauf der verbliebenen Handelsaktivitäten und der ehemaligen Werkswohnungen in Salzgitter bringen. Weitere 500 Millionen Euro erwartet Feuerhake aus der Abgabe von Rechten und einer Minderheitsbeteiligung im Energiesektor.

Risiken beim Verkauf des US-Stahlhandels

Feuerhake räumte ein, dass ein Teil dieser Kalkulation noch mit gewissen zeitlichen Risiken behaftet ist. Im Handelsbereich könne der schrittweise Ausstieg aus der AMC-Gruppe noch in der zweiten Jahreshälfte möglich sein. Dagegen hänge der Verkauf des US-Stahlhandels von der Entwicklung der Stahlkonjunktur ab. "Wir müssen den richtigen Zeitpunkt abwarten", sagte Feuerhake.

Das gelte auch für die noch rund 14 000 Wohnungen in Salzgitter. "Da bin ich ebenfalls nicht sicher, ob wir das 2002 unter Dach und Fach bringen. Die Wohnungen sind verkäuflich, aber das ist eine Preisfrage", sagte Feuerhake. Denn nach seinen Worten sieht Preussag den Marktwert der Wohnungen bei etwa 450 Millionen Euro.

Keine aktiv betriebenen Verkäufe im Energiesektor

Im Energiesektor gehe es nicht um aktiv von Preussag betriebene Verkäufe, betonte Feuerhake. Die Desinvestitionen seien Folge der derzeit laufenden Umstrukturierungen der Energiebranche. So stehe der Verkauf einer geringen verschachtelten 2,7 Prozent-Beteiligung an der Ruhrgas AG an die Eon an, wenn diese das Gasunternehmen komplett übernehme. Voraussetzung für dieses Geschäft, sei allerdings die Minister-Erlaubnis für die Eon-Pläne, nachdem die Kartellbehörden dieses aus Wettbewerbsgründen abgelehnt hatten.

Im Zuge des Verkaufs der Eon-Tochter Veba Oel an die britische BP seien auch Förderrechte der Preussag Energie mitveräußert worden, für die Preussag anteilig deutlich mehr als 100 Millionen Millionen Euro erhalte. Der Anspruch auf den Verkaufserlös der Förderrechte sei als vorläufiger Ertrag bereits in die Bilanz für das erste Quartal 2002 eingeflossen und habe die Verluste minimiert.

Die Rückgänge von Umsatz und Ertrag im ersten Quartal seien erwartet worden, sagte Feuerhake weiter. In der Touristik hätten neben den Einbußen durch die schwache Nachfrage in der Wintersaison noch die Pachtkosten für die im Winter saisonbedingt geschlossenen Clubs der österreichischen Tochter Magic Life negativ zu Buche geschlagen, die erst Mitte vorigen Jahres erworben wurden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%