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Interview: Mittelstand soll von DHL-Entscheidung für Leipzig profitieren

Nach der Entscheidung der Post-Tochter DHL für den Flughafen Leipzig/Halle als künftiges internationales Luftdrehkreuz können ostdeutsche Unternehmen auf Aufträge hoffen.

dpa-afx LEIPZIG. Nach der Entscheidung der Post-Tochter DHL für den Flughafen Leipzig/Halle als künftiges internationales Luftdrehkreuz können ostdeutsche Unternehmen auf Aufträge hoffen. "Wir werden die Ausschreibung für den Bau der neuen Südbahn so mittelstandsfreundlich wie möglich gestalten", sagte der Vorstandsvorsitzende der Mitteldeutschen Flughafen AG (Mfag), Volkmar Stein, in einem dpa-Gespräch. Bereits bei früheren Bauten seien mehr als 80 Prozent der beauftragten Firmen aus den neuen Ländern gewesen.

"Ich gehe davon aus, dass zu Spitzenzeiten 1 000 bis 1 500 Menschen auf der Baustelle für die neue Start- und Landebahn arbeiten", sagte Stein. Das neue Rollfeld soll 2007 fertig sein und ersetzt dann die alte Bahn, die laut Stein Mitte nächsten Jahres geschlossen wird. "Sie ist dann nicht mehr funktionsfähig", sagte er. Die 1959/60 gebaute Piste verschlinge derzeit jährlich bis zu 2,25 Mill. Euro für die Instandhaltung. "Eine komplette Sanierung kostet 150 Mill. Euro - das ist keine Alternative." Zumal die neue Südbahn auf 3 600 Meter verlängert werde und damit internationale Flüge ermögliche.

"Ohne die Bahn wäre die Ansiedung von DHL nicht möglich - aber wir hätten sie so oder so gebaut", betonte Stein. 2008 will das Post - und Frachtunternehmen DHL am Flughafen ein internationales Luftdrehkreuz mit Investitionen von rund 300 Mill. Euro einrichten. Nach Angaben der Deutschen Post werden direkt 3 500 Arbeitsplätze und weitere 7 000 im Umfeld entstehen. "Ich gehe davon aus, dass DHL Anfang 2006 das Gelände für die eigenen Baustellen übernehmen kann", sagte Stein.

Zu der Bewerbung des Flughafens habe das Angebot einer Arbeitsvermittlung gehört. Wie schon bei dem BMW-Werk seien die örtlichen Arbeitsämter und Arbeitsvermittlungsstellen wie das städtische Tochterunternehmen Puul (Personelle Unterstützung von Unternehmen Leipzig Gmbh) angeboten worden.

Am Flughafen werde nun die Projektsteuerung vorbereitet. "In den kommenden Wochen ist vor allen Dingen Papierkram zu erledigen. Ferner werden wir mit der Verlegung von Leitungen aus dem Baufeld für die neue Südbahn beginnen", sagte Stein. Zudem werde der Umzug des Krankenhauses Schkeuditz vorbereitet, um das Baufeld freizumachen. "Start für sichtbare Bauarbeiten ist 2005." Mehr als 290 Mill. Euro wird die Errichtung des neuen Rollfeldes die Mfag kosten.

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