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Interview: Münchener Rück sieht stabile Preise - Baden-Baden-Vertragsgespräche

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück ist nach eigenen Angaben "zufrieden" mit den laufenden Vertragserneuerungs -Verhandlungen in Baden-Baden.

dpa-afx MÜNCHEN. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück ist nach eigenen Angaben "zufrieden" mit den laufenden Vertragserneuerungs-Verhandlungen in Baden-Baden. "Preise und Konditionen sind stabil", sagte der für das Geschäft in Zentral- und Osteuropa verantwortliche Wolfgang von Wasielewski am Donnerstag in München der Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Es gibt sicherlich keine Tendenz zu Preissenkungen, wie das noch vor einigen Monaten behauptet worden war." Dies hatte am Vortag auch Michael Pickel, Vorstandsmitglied der Hannover Rück , der dpa-AFX gesagt.

In Baden-Baden treffen sich Rückversicherer alljährlich mit ihren Kunden, den Erstversicherern, zu Gesprächen. "Es werden keine Abschlüsse getätigt, sondern über Verträge verhandelt die in den nächsten Monaten zum Abschluss kommen", betonte der Münchener-Rück-Manager. Er machte in einigen Bereichen Tendenzen zu höheren Preisen aus. "Wir haben sicherlich einen Anpassungsbedarf nach oben in speziellen Feldern des Haftpflichtgeschäfts, aber auch bei einigen Schaden-Linien."

Wachstumsmarkt Osteuropa

Osteuropa gilt Wasielewski als Wachstumsmarkt. "Es ist kein hoch schnellender, sondern ein in den nächsten Jahren stetig wachsender Markt", sagte er. "In den neuen EU-Ländern sind EU-Richtlinien umzusetzen, beispielsweise müssen für einige Berufsgruppen wie Anwälte oder Wirtschaftsprüfer Pflichtversicherungen abgeschlossen werden." Langfristig steige daher der Bedarf an Erstversicherungen, vor allem im Haftpflichtbereich. Davon könne dann die Münchener Rück als Versicherer der Erstversicherer profitieren.

Der Branchenprimus sieht unterdessen keine großen Bewegungen im Rückversicherungsmarkt. "Man kann durchaus sagen, dass uns Anteile anderer Rückversicherer angeboten werden", sagte Wasielewski. "Es ist aber nicht so, dass das Geschäft in Scharen umplatziert wird." In den vergangenen Monaten hatte beispielsweise die Schweizer Converium wegen ungenügender Rückstellungen für Schlagzeilen gesorgt. Ratingagenturen senkten die für Rückversicherer bei Vertragsverhandlungen wichtige Bonitätsbewertung der Gesellschaft. Converium kündigte daraufhin an, sich aus dem lukrativen US-Markt zurückzuziehen.

'GUT Gerüstet' FÜR Herbst- und Wintersturm-Saison

Unterdessen naht in Europa die Herbst- und Wintersturm-Saison. Im Gedächtnis der Rückversicherer ist noch der Orkan "Lothar" präsent, der im Dezember 1999 über Nordfrankreich und Deutschland hinwegzog. Der Münchener Rückversicherungs AG-Gesellschaft hatte "Lothar" Millionenschäden beschert.

Im Spätsommer des laufenden Jahres waren ungewöhnlich viele Hurrikans und Taifune über Teile der USA beziehungsweise Japans gezogen und hatten Milliardenschäden verursacht. Das wird die Jahresergebnisse der Rückversicherungsbranche belasten. "Die Klimawandel-Diskussion ist seit längerem ein Topthema und trägt auch zur Stabilisierung der Preise für Rückversicherungen bei", sagte Wasielewski. Möglichen Stürmen in Europa blickt der Münchener-Rück-Manager gelassen entgegen: "Wir fühlen uns gut gerüstet."

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