Interview
„Nur Bayern ist noch vor uns“

Manager Rudi Assauer im Gespräch mit dem Handelsblatt über das neue Selbstverständnis von Schalke 04 - und mit einem verbalen Rundumschlag gegen den DFB und insbesondere die Allmacht seines Vize-Präsidenten Franz Beckenbauer.

Frage: Herr Assauer, gleich zum Eröffnungsspiel treten Sie in Bremen an, beim Deutschen Meister, dem Sie seine besten Spieler weggekauft haben. Was haben Sie sich als Wiedergutmachung ausgedacht?

Assauer: Ich laufe vor dem Spiel einmal gemütlich durch den ganzen Innenraum, quer über den Rasen, dann ist da richtig Stimmung in der Hütte.

Bremen konnte bei Ihren Angeboten für Stürmer Ailton und Verteidiger Krstajic nicht mithalten. Hat Sie das überrascht?

Bremen hat ein Problem: Die kriegen das Stadion nicht voll. Die haben kein Umland, und am Samstag sind viele auf ihren Bötchen segeln. Man müsste in Bremen immer am Freitagabend spielen oder am Wochenende ins Weserstadion ein Bassin reinstellen und eine Segelregatta veranstalten. Dann kommen alle.

Schalke hat damit kein Problem, selbst im UI-Cup gegen den dänischen Provinzverein Esbjerg kommen 56 000 Fans. Dafür fehlt Ihnen der große Titel. Müssen Sie in dieser Saison Meister werden?

Auch der Schalke-Fan ist nur bis zu einem gewissen Grade leidensfähig. Wir sind der zweitgrößte Verein in Deutschland und haben die tollsten Zuschauer. Nur die Bayern sind noch ein bisschen vor uns. Da müssen wir mehr wagen als andere.

Aber wenn Ihr Trainer Jupp Heynckes mal wieder auf das Thema Meisterschaft angesprochen wird, verziehen Sie mürrisch das Gesicht. Warum gehen Sie nicht offensiv mit Ihren Ansprüchen um?

Wenn man angreift, muss man die Klappe halten. Ich habe keine Lust, hinterher als Depp dazustehen. Außerdem setze ich unnütz andere im Verein unter Druck. Unser Saisonziel ist Platz fünf, ein Platz im Uefa-Cup.

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