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Interview: Opel-Chef: Gesamtlösung wird im Frühjahr 2005 stehen

Das Sanierungspaket beim Autobauer Opel wird nach Ansicht von Opel-Vorstandschef Hans Demant bis März 2005 unter Dach und Fach sein. "Unser Ziel ist es, eine Gesamtlösung bis spätestens zum Ende des ersten Quartals zu erzielen", sagte Demant in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

dpa-afx RÜSSELSHEIM. Das Sanierungspaket beim Autobauer Opel wird nach Ansicht von Opel-Vorstandschef Hans Demant bis März 2005 unter Dach und Fach sein. "Unser Ziel ist es, eine Gesamtlösung bis spätestens zum Ende des ersten Quartals zu erzielen", sagte Demant in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Bis dahin könnten die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über weitere Sparmaßnahmen beendet sein. "Es ist meine Aufgabe, Konditionen zu schaffen, um Fahrzeuge rentabel zu bauen. Wir werden für beide Fragen eine Lösung finden, für die Lohn- und Gehaltskosten sowie die Arbeitszeiten."

Der Mutterkonzern General Motors (GM) fordert nach der Streichung von rund 9 500 Stellen bei Opel von den verbleibenden 22 000 Mitarbeitern weitere Zugeständnisse. In den Verhandlungen, die im neuen Jahr fortgesetzt werden, haben die Arbeitnehmervertreter bereits zugesagt, auf übertarifliche Zulagen zu verzichten und über eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten zu reden - im Gegenzug erwarten sie eine Beschäftigungssicherung bis 2010.

Mit den geplanten Einsparungen will Opel nach fünf Jahren Verlust den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen. "Es ist unser Ziel, wieder in die Gewinnzone zu kommen", sagte Demant. Einen Zeitpunkt wollte er nicht nennen.

Thema Werkschliessungen Noch Nicht VOM Tisch

Das Thema Werkschließungen ist bei GM weiterhin nicht vom Tisch. Wettbewerbsfähigkeit ist für den Opel-Vorstandschef Grundvoraussetzung für die Zukunft der Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. "Eine allgemeine Standortgarantie zu geben, ist unmöglich", sagte Demant.

Auch die Standortentscheidung für den Bau der neuen Mittelklasse wird nach Worten des Opel-Chefs spätestens im März fallen. "Bis dahin müssen wir so weit sein, weil die Einkäufe der Komponenten für den Vectra und den Saab 9-3 jetzt begonnen werden müssen." GM will von 2008 an alle Mittelklasse-Modelle nur noch in einem Werk bauen. Dafür haben sich die GM-Tocher Saab mit dem Werk in Trollhättan und Rüsselsheim beworben. "Für das unterlegene Werk heißt es nicht, dass es automatisch keine Arbeit mehr hat. Man kann andere Modelle in dieses Werk holen", sagte Demant. Auf diese Weise werde die Auslastung erhöht und damit auch die Konkurrenzfähigkeit des Werkes.

ITZ HAT AUF Jeden Fall Zukunft

Falls Rüsselsheim nicht den Zuschlag bekomme, habe das Internationale Technische Entwicklungszentrum (ITZ) in Rüsselsheim dennoch eine gute Zukunft. "Entwicklung und Produktion müssen nicht notwendigerweise an einem Ort sein", sagte Demant, der zugleich ITZ- Direktor ist. Bestes Beispiel dafür sei der im spanischen Saragossa gebaute Corsa, der in Rüsselsheim entwickelt wurde.

Das Interesse der Opel-Mitarbeiter für die angebotenen Abfindungs- Regelungen sei groß. 6 500 Mitarbeiter sollen freiwillig in Beschäftigungsgesellschaften wechseln oder Abfindungen annehmen. Der Opel-Chef rechnet nicht damit, dass Mitarbeiter zurückgeholt werden können. "Wir würden nicht in ein sehr teures Abfindungsprogramm einsteigen, wenn wir nur über eine kurze Durststrecke hinweg ansteigenden Bedarf sähen." GM stellt für die Abfindungen rund 750 Mill. Euro bereit.

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