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Interview: Privater Konsum liefert in Deutschland keinen Impuls - GfK-Chef

Der private Konsum wird nach Einschätzung des Markforschungsinstituts GfK für den Konjunkturaufschwung in Deutschland im laufenden Jahr keinen Impuls liefern. "Der Konsum als Stütze der Volkswirtschaft muss 2004 abgeschrieben werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK , Klaus Wübbenhorst, am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

dpa-afx NÜRNBERG. Der private Konsum wird nach Einschätzung des Markforschungsinstituts GfK für den Konjunkturaufschwung in Deutschland im laufenden Jahr keinen Impuls liefern. "Der Konsum als Stütze der Volkswirtschaft muss 2004 abgeschrieben werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK , Klaus Wübbenhorst, am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Mit der neuerlichen Stimmungseintrübung im August "bleibt nur die Hoffnung auf 2005", sagte Wübbenhorst. Der Exportboom habe bisher nicht auf die Binnenwirtschaft in Deutschland übergegriffen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass im nächsten Monat eine Stimmungsaufhellung verzeichnet wird, ist nicht sehr hoch", sagte Wübbenhorst. Kurzfristig sei keine Stimmungsaufhellung zu erwarten. Im Gegenteil: Die zwei Monate währende Abwärtstendenz habe sich fortgesetzt.

'Kein Stimmungsbelebender Cocktail'

Die grundlegenden Faktoren seien insgesamt zu schlecht, um die Hoffung auf einen Stimmungsumschwung zu wecken, sagte Wübbenhorst. Die anhaltende Arbeitsmarktmisere in Deutschland sowie die Diskussion um die Arbeitsmarktreform Hartz IV seien "kein stimmungsbelebender Cocktail". Allerdings könne es angesichts der bereits Jahre währenden Konsumverweigerung auch nicht mehr sehr viel schlimmer werden.

Derzeit sei das Wirtschaftswachstum in Deutschland für eine durchgreifende Belebung am Arbeitsmarkt zu schwach. "Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt der Knackpunkt für die Konsumstimmung", sagte Wübbenhorst. Nur mit einer spürbaren Entlastung am Arbeitsmarkt sei eine durchgreifende Konsumbelebung zu erwarten. Dies setze voraus, dass der Exportboom auf die Binnenwirtschaft überspringt.

Positive Faktoren FÜR 2005

Trotz der insgesamt gedrückten Stimmung sieht Wübbenhorst vereinzelte Punkte, durch die im kommenden Jahr die Stimmung positiv beeinflusst werden könnte. So werden die noch ausstehenden Teile der Steuerreform den Haushalten etwas mehr Geld in die Kassen spülen. Darüber hinaus dürften dank der Gesundheitsreformen die Krankenkassenbelastungen sinken. Auch weiter rückläufige Öl- und Benzinpreise könnten die Stimmung positiv beeinflussen.

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