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Interview: Ryanair-Chef O'Leary sucht zweite Basis in Deutschland

(dpa-AFX) Frankfurt - Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair < RY4.EID > < RYA.ISE > < RY4.FSE > < Ryaay.NAS > könnte sich bis Jahresende für eine zweite Basis in Deutschland entscheiden und will dann auch die bereits mehrfach verschobenen innerdeutschen Flüge in ihr Streckennetz aufnehmen.

(dpa-AFX) Frankfurt - Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair < RY4.EID > < RYA.ISE > < RY4.FSE > < Ryaay.NAS > könnte sich bis Jahresende für eine zweite Basis in Deutschland entscheiden und will dann auch die bereits mehrfach verschobenen innerdeutschen Flüge in ihr Streckennetz aufnehmen.

"Wir verhandeln derzeit mit zwei Flughäfen in Deutschland", sagte O'Leary am Dienstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt. "Deutschland ist ein riesiger Markt mit 80 Millionen Einwohnern. Es ergibt für uns Sinn, hier neben Frankfurt-Hahn eine zweite und irgendwann vielleicht eine dritte oder vierte Basis zu eröffnen." Eine Entscheidung falle voraussichtlich am Jahresende. Den Zuschlag bekomme der Airport mit den niedrigsten Gebühren und den besten Einrichtungen.

'Deutsche Inlandsflüge Derzeit Nicht Priorität'

An den mehrfach verschobenen Plänen für innerdeutsche Flüge hält O'Leary fest. "Wann und wo auch immer wir eine zweite Basis in Deutschland eröffnen, werden wir Flüge von Frankfurt-Hahn dorthin anbieten." Für Ryanair seien Inlandsflüge derzeit aber wegen der vergleichsweise hohen deutschen Flughafen-Gebühren nicht vorrangig. "Wenn wir das günstigere Angebot in Santander in Spanien haben und nicht in Berlin, wird unsere nächste Maschine von Frankfurt-Hahn nach Santander fliegen." Bei besseren Bedingungen in Berlin, Hamburg oder München werde Ryanair diese Orte anfliegen. Die Entscheidung für Binnenflüge hänge deshalb mehr von den Flughafen-Betreibern und weniger von Ryanair selbst ab, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Einen konkreten Zeitpunkt für die Eröffnung der geplanten zweiten Basis in Deutschland nannte O'Leary nicht. Ryanair werde im kommenden Jahr insgesamt zwei neue Stützpunkte in Europa eröffnen, die aber auch in Frankreich oder Italien liegen könnten. "Deutschland muss nicht darunter sein." Das Problem in Deutschland sei, dass Konkurrenten wie Air Berlin, die TUI-Billigflugtochter HLX < TUI.ETR > oder dba höhere Flughafen-Gebühren zu zahlen bereit seien. Die Airport-Betreiber schlössen deshalb Verträge lieber mit diesen Fluggesellschaften ab. "Wir müssen wohl warten, bis einige von ihnen Pleite gehen", sagte O-Leary.

'Blutbad' Erwartet

Der Vorstandschef sagt bereits für den kommenden Winter ein "Blutbad" unter den europäischen Billigfliegern voraus. Dem enormen Wettbewerbsdruck würden auch deutsche Anbieter zum Opfer fallen. "Es werden in den nächsten vier, fünf Jahren nur diejenigen überleben, die die niedrigsten Kosten und das meiste Geld haben. Darunter ist ganz gewiss Ryanair - wer noch überleben wird, wissen wir nicht."

Der irische Billigflieger bietet in Deutschland derzeit 32 internationale Strecken von acht Flughäfen an. Einziges Drehkreuz ist Frankfurt-Hahn im Hunsrück, von wo aus Ryanair 1999 erstmals von Deutschland aus abgehoben ist.

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