Interview
SAP SI-Finanzvorstand bekräftigt Prognosen

Trotz des weiter schwachen Branchenumfelds und den Gerüchten über eine bevorstehende Gewinnwarnung beim Walldorfer Mutterkonzern SAP hält das Dresdner IT-Beratungshaus SAP Systems Integration (SAP SI) an seinen Prognosen für 2001 fest.

Reuters FRANKFURT. "Wir stehen absolut solide da", sagte Finanzvorstand Jörg Vandreyer am Donnerstag. SAP SI habe seinen Auftragsbestand im zweiten Quartal bei einer Umsatz- und Ergebnissteigerung entgegen dem Branchentrend nochmals steigern können. "Es gibt keine Änderung des Gesamttrends bei SAP SI", sagte Vandreyer. Das Beratungshaus hebe sich von den übrigen Unternehmen der Branche durch sein operatives Geschäft ab, das sich im momentanen Aktienkurs nicht widerspiegele.

Die im Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 gelistete Aktie verlor bis zum Nachmittag mehr als 8 % auf 17,45 ? und tendierte damit rund 45 % unter ihrem Jahreshoch von 32 ? im Januar. Die Gerüchte über eine bevorstehende Gewinnwarnung bei SAP hätten den SAP SI-Kurs besonders belastet, sagte Vandreyer. "Von Problemen im Mutterhaus ist mir nichts bekannt." Ungeachtet dessen könne von einer Entwicklung bei SAP nicht auf diejenige bei SAP SI geschlossen werden, deshalb sei der Kursverlust bei SAP SI nicht nachzuvollziehen. "Wir sind Dienstleister, SAP ist Produkthersteller", fügte Vandreyer hinzu. Allein seit Montag verlor die SAP SI-Aktie rund 20 % an Wert.

Nach Analystenschätzungen tendiere die Aktie bis zu 25 % unter ihrem fairen Wert, ergänzte der Finanzvorstand. Analysten hätten Kursziele von 25 bis 40 ? genannt. Der Softwarekonzern SAP hatte erst im Juli seine Beteiligung an dem IT-Beratungshaus um 6,72 % auf 60,41 % erhöht. Für das Gesamtjahr erwartet SAP SI, dass Vandreyers Angaben zufolge 80 bis 90 % seines Umsatzes mit Dienstleistungen um die Produktfamilie SAP erwirtschaftet, Einnahmen von 227 bis 236 Mill. ? und ein operatives Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen von 42 bis 46 Mill. ?.

"Das Branding SAP hilft SAP SI ganz stark", sagte Vandreyer. Die Kunden orientierten sich in schwierigen Zeiten an Dienstleistern, die lange im Geschäft seien, Qualität mitbrächten und finanziell auf soliden Beinen stünden. "Wir konnten einige neue Kunden gewinnen", sagte Vandreyer. "Dabei hilft uns die zunehmende Internationalisierung." In den USA seien neue Projekte gewonnen worden. Das USA-Geschäft solle im laufenden Jahr bereits 10 % zum Gesamtumsatz beitragen. Aber auch in Deutschland sei der Umsatz etwa im Bereich Outsourcing signifikant gestiegen. SAP SI habe sich das Ziel gesetzt, im laufenden Jahr 300 bis 400 Mitarbeiter zu akquirieren. "Wir sind heute schon drüber", sagte Vandreyer.

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