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Interview: Stoxx will trotz starker Gewichtung von Banktiteln Regeln nicht än

Der Indexanbieter Stoxx will trotz der starken Übergewichtung von Bankwerten sowie französischen Titeln im Eurostoxx 50 an seinen Regeln für die Indexbesetzung nichts ändern. "Wir sind mit den Regeln sehr zufrieden. Wir wollen die Realität abbilden und das gelingt uns mit unseren Aufnahmekriterien sehr gut", sagte der Managing Director von Stoxx Ltd., Lars Hamich, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

dpa-afx FRANKFURT. Der Indexanbieter Stoxx will trotz der starken Übergewichtung von Bankwerten sowie französischen Titeln im Eurostoxx 50 an seinen Regeln für die Indexbesetzung nichts ändern. "Wir sind mit den Regeln sehr zufrieden. Wir wollen die Realität abbilden und das gelingt uns mit unseren Aufnahmekriterien sehr gut", sagte der Managing Director von Stoxx Ltd., Lars Hamich, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Zuvor hatte der Indexanbieter den Herausfall des größten europäischen Autoherstellers Volkswagen aus dem Eurozonen-Auswahlindex zugunsten der französischen Großbank Credit Agricole bekannt gegeben. Damit steigt die Zahl der französischen Aktien unter den 50 Werten von 16 auf 17 beziehungsweise ihr Anteil von 32 auf 34 %. Die Anzahl deutscher Werte im Eurozonen-Auswahlindex sinkt dagegen von zwölf auf elf oder um zwei Prozentpunkte auf 22 %. Nach der Neubesetzung sind zudem zehn Banktitel im Eurostoxx 50 vertreten, während nur noch Daimlerchrysler die Fahne der Automobilhersteller hochhält.

Keine Weitere Anpassung Geplant

"So ist das eben. Im letzten Jahr liefen Banken und Finanztitel sowie Versorger gut. Deshalb sind sie zahlreich im Auswahlindex vertreten", sagte Hamich. "Bei den Autotiteln spiegelt die schwache Besetzung die schlechte Entwicklung wider." Die Brancheneinteilung wurde zu der aktuellen Umstellung, die zum 20. September wirksam wird, an internationale Standards angepasst. Eine weitere Änderung sei vorerst nicht geplant. Auch bei der Berechnung der für die Indexzugehörigkeit relevanten Marktkapitalisierung bleibe es beim Alten. "Wir bevorzugen weiter die auf einen Stichtag bezogene Berechnung und nicht die seit neuestem von der Deutschen Börse für den DAX angewendete Durchschnittsberechnung", sagte Hamich.

Der Stoxx-Manager stuft die beiden Auswahlindizes Eurostoxx 50 und Stoxx 50 gemessen an den Derivaten und Index-orientierten Fonds weltweit als die Nummer zwei ein. Nur beim S & P 500 sei das über Derivate und Index-orientierte Fonds verwaltete Vermögen größer. "Mit den 430 Mrd. auf unsere beiden Auswahlindizes, unter denen der Eurostoxx die wesentlich wichtigere Rolle spielt, sind wir in Europa auf jeden Fall klar die Nummer eins." Hamich sieht die Bedeutung der Indizes weiter wachsen, weil zum Beispiel die stark am Index orientierten Fonds eine kostengünstige Möglichkeit seien, an der Entwicklung eines bestimmten Aktienmarkts teilzunehmen. "Hier wird das Volumen auf jeden Fall weiter zulegen", sagte der Managing Director.

Neben Volkswagen hat noch Bayer am Mittwochabend einen Platz in den Europa-Auswahlindizes verloren. Genauso wie der niederländische Finanzkonzern Aegon steigt der deutsche Chemie- und Pharmakonzern aus dem Stoxx 50 ab. Aufsteiger sind der schwedische Telekomausrüster LM Ericsson und die französische Großbank Societe Generale .

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