Interview
Telekom will auch in Japan und China aktiv werden

Das deutsche Unternehmen will sich in den asiatischen Länderns auf Geschäftskunden konzentrieren.

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Telekom will sich nach den Worten von Vorstandsmitglied Jeffrey Hedberg auch in Japan und China engagieren. Es wäre töricht, diese Märkte links liegen zu lassen, sagte der für Internationales zuständige Hedberg in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" (Samstagsausgabe). "Es wäre aber genauso vermessen, wenn wir glaubten, die Telekom könnte mit ihrem Fokus auf deutsche Geschäftskunden dort heute eine Konkurrenz zu NTT oder China Telecom aufbauen", sagte er weiter. Da Japan und China für die Telekom zwei wichtige Märkte seien, hätte sich der Bonner Konzern bereits entsprechende Lizenzen gesichert und mit China Telecom ein Kooperationsabkommen geschlossen.

In den beiden asiatischen Ländern wolle sich die Telekom auf Geschäftskunden konzentrieren, sagte Hedberg weiter. Eine der vier Säulen des Konzerns, T-Systems, müsse in Japan, Großbritannien und in den USA stärker werden, um Geschäftskunden noch besser erreichen zu können. Er sehe jedoch keine Notwendigkeit, sich beispielsweise in den USA beim Festnetz für Privatkunden zu engagieren.

Nach dem Ausbau der internationalen Präsenz ginge es nun darum, den Kapitalmärkten zu zeigen, dass die Telekom die erworbenen Unternehmen managen und im Gesamtkonzern integrieren könne, sagte Hedberg weiter. Ein Global Player entstünde nicht allein durch Übernahmen. "Die Zeit der "big deals" ist vorerst vorbei", sagte er. Weitere Übernahmen kämen nur auf lange Sicht in Frage. Ende Mai hatte die Telekom die Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens VoiceStream und des kleineren Anbieters Powertel abgeschlossen und ist somit nun auf dem wichtigen US-Markt vertreten.

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