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Interview: Trotz positiver Signale - noch keine nachhaltige Konsum-Trendwende

Nach dem erneuten Anstieg des GfK-Konsumklimas und dem positiven Verlauf des Weihnachtsgeschäfts ist es nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Klaus Wübbenhorst noch zu früh, um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen.

dpa-afx FRANKFURT. Nach dem erneuten Anstieg des GfK-Konsumklimas und dem positiven Verlauf des Weihnachtsgeschäfts ist es nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Klaus Wübbenhorst noch zu früh, um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen. Eine solche Beurteilung könnte zudem dazu führen, dass weitere notwendige Strukturreformen am Arbeitsmarkt weiter nach hinten verschoben werden könnten, sagte Wübbenhorst am Mittwoch im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

"Die erneut deutlich gestiegene Anschaffungsneigung ist aber ein positives Zeichen für den Konsum im kommenden Jahr", sagte Wübbenhorst. Der Anstieg von über zehn Punkten im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sei schon "ganz ordentlich". "Die erneut gefallenen Konjunkturerwartungen haben sich nicht negativ auf die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung ausgewirkt", sagte Wübbenhorst. Aus den sich eintrübenden Erwartungen für die Weltwirtschaft zögen die Verbraucher nicht unmittelbar Schlüsse für den eigenen Arbeitsplatz.

Konjunkturerwartungen Wirken Sich Nicht Unmittelbar AUS

Positive Impulse für die Stimmung der Verbraucher erwartet Wübbenhorst von den zu Jahresbeginn in Kraft tretenden Steuersenkungen. Dies bedeute für die Verbraucher "mehr Netto" in einem Umfeld von Nullrunden und Gehaltsverzicht. Zudem seien für Nettolohnerhöhungen langwierige Tarifverhandlung nötig. "Allerdings hat die Bundesregierung die Steuerreform zu wenig vermarktet."

Gleichzeitig warnte Wübbenhorst vor Veränderungen bei den Hartz-Gesetzen. Die Diskussion um "Nachbesserungen" erhöhe die Verunsicherung. "Die Verbraucher haben so den Eindruck, dass die politisch Verantwortlichen nicht voll hinter ihrer Politik stehen." Die Politik müsse bei als notwendig erkannten Reformen Verlässlichkeit und Konsquenz zeigen.

Ölpreis Gefallen

Der nochmal gefallene Rohölpreis könne für weitere Erleichterung bei den Verbrauchern führen, sagte Wübbenhorst. Der hohe Ölpreis habe zuvor zu einer Verminderung der Kaufkraft und einer höheren gefühlten Inflation geführt. Der Ölpreis sei aber sehr schwankungsanfällig und könne sich rasch wieder in eine andere Richtung entwickeln.

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