Archiv
Interview: Unternehmenskrisen kippen Konsumstimmung in Deutschland - GfK-Chef

Die Unternehmenskrisen bei Karstadt-Quelle und Opel haben nach Einschätzung des Markforschungsinstituts GfK die Hoffnung auf eine Trendwende beim Konsumklima in Deutschland zunichte gemacht.

dpa-afx NÜRNBERG. Die Unternehmenskrisen bei Karstadt-Quelle und Opel haben nach Einschätzung des Markforschungsinstituts GfK die Hoffnung auf eine Trendwende beim Konsumklima in Deutschland zunichte gemacht. "Die Verunsicherung ist wieder leicht gestiegen", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK AG , Klaus Wübbenhorst, am Mittwoch der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Die Diskussion über bevorstehende Massenentlassungen habe die im Vormonat zaghaft aufkeimende Hoffnung jäh beendet.

"Die Grundstimmung ist wieder sehr stark von der Angst um den eigenen Arbeitsplatz geprägt", sagte Wübbenhorst. Die Voraussetzungen für eine durchgreifende Konsumbelebung seien damit weiter eher nicht gegeben. Auch im kommenden Jahr dürfte der Konsum angesichts der voraussichtlich anhaltend hohen Arbeitslosigkeit zu "keinem Motor der Wirtschaft werden".

Breitenwirkung DER Diskussion UM Stellenstreichungen

Wie stark die Diskussion über die Streichung von bis zu 45 000 Arbeitsplätzen die Deutschen insgesamt verunsichert, macht Wübbenhorst an einer Faustformel fest. "Die Diskussion um einen Arbeitsplatz macht 150 Leuten Angst", beschreibt Wübbenhorst die Hebelwirkung der jüngsten Diskussionen.

Schließlich hielten sich nicht nur alle direkt betroffenen beim Konsum zurück, sondern auch all diejenigen, die sich generell von einem Stellenabbau bedroht fühlten. Das seien einer Studie zufolge rund 20 Prozent der Beschäftigten.

Hoch UM Weihnachtszeit NUR Technisch Bedingt

Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft erwartet Wübbenhorst gleichwohl grundsätzlich eine saisonbedingte Belebung. Auch im Vorgriff auf die zum 1. Januar 2005 greifenden Einkommensteuersenkungen dürften die Konsumenten bereits im Dezember etwas mehr ausgeben. "Das Hoch um die Weihnachtszeit ist aber allein technisch durch den Schenkmonat bedingt", sagte Wübbenhorst.

Deutlich skeptischer als noch im Vormonat beurteilt der GfK-Chef angesichts der jüngsten Umfrageergebnisse die Aussichten, dass ein Teil dieses Konsumschwungs auch in das Frühjahr mitgenommen werden könne: "Da mache ich ein deutlich dickeres Fragezeichen." Der Verbraucher stehe weiter gleichzeitig mit einem Bein auf der Bremse und dem anderen auf dem Gaspedal. "Welcher Fuß zuerst weggenommen wird, ist derzeit nicht auszumachen", sagte Wübbenhorst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%