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INTERVIEW: US-Leitzinswende belastet Konsum nicht unmittelbar - GfK-ChefDPA-Datum: 2004-06-28 10:05:01

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die erwartete Leitzinswende in den USA wird nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts GfK den Konsum nicht unmittelbar belasten. "Höhere Leitzinsen fördern den Konsum zwar nicht, sind aber nicht kriegsentscheidend", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK < GFK.ETR > , Klaus Wübbenhorst, am Montag der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die erwartete Leitzinswende in den USA wird nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts GfK den Konsum nicht unmittelbar belasten. "Höhere Leitzinsen fördern den Konsum zwar nicht, sind aber nicht kriegsentscheidend", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK < GFK.ETR > , Klaus Wübbenhorst, am Montag der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

"Höhere Zinsen sind derzeit aus Sicht des Verbrauchers nicht das Thema Nummer Eins", sagte Wübbenhorst. Im Vordergrund stehe weiter die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. "Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt die Hauptkonsumbremse", sagte Wübbenhorst. Auch die steigenden Benzinpreise spielten im Hinblick auf die Konsumzurückhaltung "eindeutig die größere Rolle".

STIMMUNGSAUFHELLUNG BEI KONSUMENTEN HOFFNUNGSSCHIMMER

Darüber hinaus seien die Unternehmer von der erwarteten Leitzinswende stärker betroffen als die Konsumenten. Angesichts der nach wie vor gedämpften Stimmung in den deutschen Unternehmen sei für die Eurozone ohnehin nicht von einer raschen Leitzinserhöhung auszugehen.

Die leichte Stimmungsaufhellung bei den Konsumenten im Juni ist nach Einschätzung von Wübbenhorst "ein Hoffnungsschimmer, aber noch kein Durchbruch". "Der Konsument gibt noch kein Signal für eine Entwarnung", sagte Wübbenhorst. Der Zick-Zack-Kurs bei der Stimmung der Konsumenten setze sich mit leichter Aufwärtstendenz fort. Eine durchgreifende Erholung sei aber nicht auszumachen.

'KEIN GRUND FÜR GENERELLEN PESSIMISMUS'

"Die Sorge um den Arbeitsplatz hemmt die Konsumbereitschaft weiter", sagte Wübbenhorst. Im laufenden Jahr dürfte der Konsum deshalb kaum einen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Erholung leisten. "Grund für generellen Pessimismus besteht dennoch nicht", sagte Wübbenhorst. Schließlich sei im Durchschnitt durchaus genug Geld für Konsum vorhanden. Angesichts der angespannten Arbeitsmarktlage hielten sich die Konsumenten aber weiter mit Käufen zurück. Entscheidend bleibe deshalb eine erfolgreiche Umsetzung der Strukturreformen insbesondere am Arbeitsmarkt./

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