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Interview Vdik-Präsident: Deutscher Auto-Markt auch im August rückläufig

Der deutsche Auto-Markt schlingert weiter in der Nachfragekrise. Den vorläufigen Zahlen des Verbands der Kraftfahrzeugimporteure (Vdik) zufolge zeichnet sich für den Monat August ein neuerliches Absatzminus für den Gesamtmarkt ab. Die Importeure dürften dagegen ihr Niveau halten. "Es ist allerdings noch zu früh, um eine konkretere Prognose zu geben", sagte Vdik-Präsident Volker Lange am Mittwoch in einem Interview dpa-AFX. Lediglich der Nutzfahrzeugmarkt gebe auch im August Anlass zu Freude, fügte er hinzu.

dpa-afx BAD HOMBURG. Der deutsche Auto-Markt schlingert weiter in der Nachfragekrise. Den vorläufigen Zahlen des Verbands der Kraftfahrzeugimporteure (Vdik) zufolge zeichnet sich für den Monat August ein neuerliches Absatzminus für den Gesamtmarkt ab. Die Importeure dürften dagegen ihr Niveau halten. "Es ist allerdings noch zu früh, um eine konkretere Prognose zu geben", sagte Vdik-Präsident Volker Lange am Mittwoch in einem Interview dpa-AFX. Lediglich der Nutzfahrzeugmarkt gebe auch im August Anlass zu Freude, fügte er hinzu.

"Auf dem PKW-Markt befinden wir uns derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung", zeigte sich der Verbandspräsident besorgt. Im Juli 2004 war die Zahl der Neuzulassungen um 7 % zurückgegangen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres lag der Gesamtmarkt mit 1,923 Mill. neu zugelassenen Pkw um 2 % unter dem Vorjahresniveau.

Vdik Hält AN Prognose Fest

Noch halte der Vdik aber an seiner zuletzt zur Sechsmonatsbilanz gesenkten Jahresprognose für den Gesamtmarkt fest, laut der in Deutschland in diesem Jahr 3,22 Mill. Fahrzeuge neu zugelassen werden. Hierzu müsste der Absatz im letzten Jahresdrittel jedoch anziehen. "Wir rechnen damit, dass es ab September wieder aufwärts geht", sagte Lange. Die Ursache für eine Belebung sieht Lange vor allem in den zahlreichen neuen Modellen und Facelifts der Hersteller und Importeure (neuer Skoda Octavia, neuer Peugeot 607, 1er BMW, neue A-Klasse).

Der Verband betrachtet die in Deutschland weiterhin vorherrschende allgemeine Kaufunlust jedoch mit Sorge. Die Verbraucher seien durch die Politik der rot-grünen Regierung weiterhin verunsichert und wären daher wenig bereit, große Ausgaben zu tätigen. Zudem mache der durch die zunehmenden Spekulationen an den internationalen Energiemärkten zuletzt gestiegene Ölpreis die Autokaufpläne vieler Fahrer zunichte. Die Schwäche des deutschen Marktes liegt nach Meinung von Lange aber auch in der Schwäche der deutschen Volumenmodelle, die weitaus weniger gut angekommen seien als von allen erhofft. Gleichwohl hatten die ausländischen Hersteller in der Vergangenheit von der allgemeinen Sparfreudigkeit der Deutschen profitiert.

Die Verbraucher hätten vermehrt zu den preisgünstigeren und gleichzeitig qualitativ gleichwertigen Alternativen aus dem Ausland gegriffen. Zudem habe auch der Wiederverkaufswert der importierten Fahrzeuge sich deutlich erhöht. So hatten die Importeure in den ersten sieben Monaten die Zahl der Neuzulassungen auf dem Vorjahresniveau halten können. Ihr Marktanteil stieg zuletzt Deutschlandweit auf 35,5 %, in den fünf neuen deutschen Bundesländer betrug er sogar 51,2 %. "Ich gehe davon aus, dass die ausländischen Importeure dieses Niveau auch im August halten konnten", sagte Lange.

Nutzfahrzeuge

Anlass zu guter Stimmung gebe unterdessen der neue Schwung in der Nutzfahrzeugbranche. So zeichne sich im August vor allem bei den schweren Nutzfahrzeugen (über sechs Tonnen) ein weiteres Neuzulassungsplus ab.

"Bei den leichten Nutzfahrzeugen (unter 3,5 Tonnen) werden wir wahrscheinlich stagnieren", sagte Lange. "Die steigende Nachfrage nach gebrauchten Nutzfahrzeugen in den neuen EU-Ländern hat den Absatz der Neufahrzeuge beflügelt", sagte der Vdik-Präsident. In den ersten sieben Monaten war der Gesamtmarkt um 7,4 % gestiegen, die ausländischen Hersteller hatten hierbei einen Anteil von 31 %. "Es zeichnet sich ab, dass die Importeure diesen Anteil auch im August halten konnten", sagte Lange.

Russpartikelfilter

Unterdessen trifft die derzeitige Diskussion um die im Zuge des Starts der Euro-4-Norm ab 2005 geplanten Steuererleichterungen für Dieselmotoren mit Rußpartikelfilter bei Lange auf Skepsis. "Wir sind für europaweit harmonisierte Wirkvorschriften und nicht für Bauvorschriften", sagte Lange.

Er fordere konkrete Vorgaben für die Reduzierung von Wirkstoffen. Durch eine alleinige Förderung des Rußpartikelfilters würden andere innovative Antriebsarten wie etwa der Hybrid vernachlässigt, sagte Lange. Der Vdik-Präsident hat sich nach eigenen Angaben zuletzt in einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder für konkrete Wirkvorschriften stark gemacht. "Da habe ich aber noch keine Antwort erhalten."

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