Intraware und Pixelnet legen gegen den Markttrend zu.
Oracle-Prognose belastet Neuen Markt

Trotz positiver US-Konjunkturdaten tendierte der Nemax-50 am späten Nachmittag schwächer. Die Oracle-Geschäftsführung sieht noch keine Erholung bei der Nachfrage. Das belastet auch die deutschen Wachstumswerte.

Reuters FRANKFURT. Nach der schwachen Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq und wegen des nur verhaltenen Ausblicks des US-Softwareherstellers Oracle hat der Neue Markt am Freitag schwächer tendiert. Händler sagten, die zurückhaltende Prognose von Oracle belaste auch die deutschen Wachstumswerte. Eine Reihe besser als erwartet ausgefallener US-Konjunkturdaten, die den Deutschen Aktienindex (Dax) beflügelten, wirkten sich Händlern zufolge jedoch auf den Neuen Markt kaum aus.

Der alle Segmentwerte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum späten Nachmittag 0,28 % auf 999 Punkte nach. Der Auswahlindex Nemax-50 rutschte um 0,51 % auf 1002 Zähler. Im Wochenverlauf hat der Nemax-50 rund 7 % verloren.

In den USA eröffnete die Nasdaq knapp behauptet. Indes fielen die Industrieproduktion, die Kapazitätsauslastung wie auch der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan besser als von Analysten erwartet aus.

Stimmung am Neuen Markt wieder getrübt

Der weltweit zweitgrößte Software-Hersteller Oracle hat im dritten Quartal 2001/02 einen Gewinn- und Umsatzrückgang verzeichnet und erwartet auch weiterhin Ausgaben-Zurückhaltung im Technologiesektor. Oracle-Finanzchef Jeff Henley sagte zur Ausgabebereitschaft der Kunden: "Sie ist sehr schleppend, und es gibt noch keine Anzeichen für eine Erholung". Oracle-Aktien gaben an der Nasdaq mehr als 4 % nach. Dem könne sich auch der deutsche Markt nicht entziehen, sagte ein Händler.

Der von der Deutschen Börse und Cognitrend ermittelte Stimmungsindikator für den Neuen Markt zeigt in der nun zu Ende gehenden Woche wieder deutlich weniger Optimisten. Die optimistischen Töne zur konjunkturellen Entwicklung seien wieder verklungen, hieß es in der Studie. Die Rate der Optimisten unter den befragten Marktteilnehmern sei im Vergleich zur Vorwoche um 15 % gesunken. Wesentlich mehr Börsianer äußerten sich neutral zur weiteren Entwicklung des Marktes.

Pandatel bekräftigt Umsatzprognose

Im Mittelpunkt des Nemax-50-Handels standen die Papiere von Pandatel, die sich zeitweise um rund 5 % auf 14,29 Euro verteuerten. Der Spezialist für Netzzugangs- und Übertragungstechnologie will der Hauptversammlung für 2001 eine Dividende von 0,14 (Vorjahr: 0,30) Euro je Aktie vorschlagen. Zugleich bekräftigte Pandatel jedoch die jüngste Prognose, 2002 einen Konzernumsatz von 35 Mill. Euro anzupeilen. 2001 hatte Pandatel 30,6 (2000: 36,5) Mill. Euro umgesetzt und einen Jahresüberschuss von 2,3 (5,6) Mill. Euro erzielt.

Dagegen fielen die Titel des Index-Schwergewichts T-Online um rund 1 % auf 12,18 Euro. Die Investmentbank Morgan Stanley bewertet die Aktie mittlerweile mit "Neutral" statt zuvor "Underperform", sieht aber lediglich ein Kursziel von neun Euro. Lehman Brothers erhöhten ihr Kursziel auf zehn Euro von zuvor 6,50 Euro. Händler sagten, die Aktie leide unter der ab Montag geltenden geringeren Gewichtung im Nemax-50-Index.

Intraware und Drillisch-Aktien gefragt

In der zweiten Reihe des Neuen Marktes legten unter anderen Intraware und Pixelnet gegen den schwächeren Markttrend an Börsenwert zu.
Der Softwarehersteller Intraware will in diesem Jahr zumindest auf Quartalsbasis die Gewinnschwelle erreichen. "Geplant ist ein positives Vorsteuerergebnis im dritten Quartal", sagte Intraware-Finanzchef Markus Ernst auf der Technologiemesse CeBIT. "Möglicherweise schaffen wir es auch auf Gesamtjahresbasis." Dies werde jedoch stark von der Konjunkturentwicklung abhängen. Der Kurs der Intraware-Aktie stieg um 11,54 % auf 1,16 Euro.

Der Fotodienstleister Pixelnet hat 2001 erstmals einen Gewinn erzielt und seinen Umsatz erhöht. Allerdings verfehlte Pixelnet leicht seine ursprünglich optimistischeren Prognosen. Dennoch legten Pixelnet-Papiere um mehr als 11 % auf 2,98 Euro zu.

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