Investition in e-Sixt geplant
Sixt für dieses Jahr vorsichtiger

Der Pullacher Autovermieter Sixt AG will künftig mehr Wert auf die Rendite legen, ist aber in seinen Erwartungen für das laufende Jahr vorsichtiger geworden.

rtr MÜNCHEN. Der Pullacher Autovermieter Sixt AG will künftig mehr Wert auf die Rendite legen, ist aber in seinen Erwartungen für das laufende Jahr vorsichtiger geworden. Der Konzernumsatz des Pullacher Unternehmens werde im Jahr 2000 auf etwa 5 Mrd. DM von 4,82 Mrd. DM im Vorjahr steigen, sagte Vorstandschef Erich Sixt auf der Hauptversammlung am Mittwoch. Im Frühjahr hatte Sixt noch eine Steigerung um 15 % auf über 5,6 Mrd. DM in Aussicht gestellt. Das Ergebnis werde weiter proportional zum Umsatz steigen. Bis 2003 erwartet Sixt ein auf rund 70(34,21)Mill. DM mehr als verdoppeltes Konzernergebnis. Kritik übten die Aktionäre vor allem am tief gefallenen Aktienkurs von Sixt.

Eine Marktanteils-Maximierung um jeden Preis werde es nicht mehr geben, sagte Sixt. Das bayerische Unternehmen sieht sich mit 29 % Marktanteil als Nummer eins in Deutschland. Die Sixt-Kunden hätten die Anhebung der Mietwagenpreise um 10 % angenommen, und die Konkurrenz sei den Preiserhöhungen begeistert gefolgt. Das wirkt sich auch auf den Gewinn aus: Nach drei verhaltenen Monaten zu Beginn des Jahres sei das operative Ergebnis im April und Mai "erfreulich" gewesen, erklärte Sixt, ohne genaue Zahlen zu nennen. Der Gebrauchtwagenmarkt ist nach seiner Einschätzung auf einem Tiefpunkt angelangt.

Die verhaltenere Prognose sei allein auf den Fahrzeugverkauf zurückzuführen, sagte Finanzvorstand Manfred Sturm am Rande der Hauptversammlung Reuters. Sixt habe nunmehr weniger Fahrzeuge im Fuhrpark, diese seien aber besser ausgelastet. In den ersten fünf Monaten verbesserte sich die Auslastung um fünf Prozent. "Entscheidend ist der Vermiet- und Leasingumsatz", unterstrich Sturm. Für das Vermietgeschäft erwartet Sixt einen Umsatzzuwachs um 10 % auf 1,6 (1,456) Mrd. DM, der Leasingumsatz soll 2000 um 25 % auf rund 330 (265) Mill. DM steigen. "Wir sind in unseren Prognosen jetzt sehr vorsichtig", erklärte Sixt. "Es genügt, wenn wir unsere Aktionäre einmal enttäuscht haben." Für den Einbruch 1999 seien auch Fehleinschätzungen des Marktes durch das Management verantwortlich gewesen, gab er zu.

Einen "rasanten Ergebnisschub" erwartet Sixt in den nächsten Jahren aus der e-Sixt AG, die im Internet nicht nur Miet- und Leasingautos, sondern auch Reisen und Flugtickets anbietet. Für das Jahr 2000 sind noch Anlaufverluste von bis zu 20 Mill. DM geplant, ab 2001 soll der Bereich profitabel sein. Bis 2003 prognostiziert Vorstand Andreas Heinze einen Nettoumsatz von 400 Mill. DM und ein operatives Ergebnis von 115 Mill. DM. Ein Börsengang der Tochter stehe nicht an, auszuschließen sei er aber nicht. E-Sixt werde mit dem eingeräumten Kapital von 40 Millionen DM günstige Möglichkeiten für Akquisitionen nutzen. "Wir wollen europäisch werden", sagte Sixt.

Einem Einstieg ins Autovermietgeschäft in den USA erteilte der Sixt-Chef eine Absage: "Einen Teufel werden wir tun." Die USA seien der härteste Markt, Sixt werde dort auf strategische Allianzen bauen. In Großbritannien hatte Sixt im Februar über einen Aktientausch den Autovermieter United Kenning gekauft. Auf dem britischen Markt, dem zweitgrößten Europas, müsse Sixt nach den Worten des Vorstandschefs vertreten sein.

Aktionärsvertreter machten für den Kursverfall vor allem die schlechte Informationspolitik von Sixt verantwortlich. "Der Kurs liegt am Boden", sagte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Die Sixt-Stammaktie war seit Juli 1999 von fast 70 auf bis zu 25 Euro abgestürzt. Am Mittwoch legte der Kurs im Xetra-Handel um 2,7 % auf 27 Euro zu. Das Vertrauen der Anleger müsse mühsam erst wieder erarbeitet werden, sagte der Sprecher. Erich Sixt, der rund 60 % der Stammaktien hält, erteilte größeren Anstrengungen aber eine kategorische Absage:"Ich halte nichts von Kurspflege."

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