Investition statt Rezession: Raus aus der Jammerperspektive

Investition statt Rezession
Raus aus der Jammerperspektive

In Zeiten der Wirtschaftskrise wird den heilbringenden Versprechen der Technologieanbieter schon längst nicht mehr geglaubt. Im Gegenteil, das Motto der Stunde heißt Einsparungen und Investitionsstopp. Aber sind das wirklich probate Mittel, die Krise zu überstehen, fragt BT-Ignite-Deutschlandchef Wolfgang Essig (*) .

Ganz entschieden Nein! Unternehmen in Abwartestellung verbauen sich alle Chancen auf künftiges Wachstum und neue Geschäftsmöglichkeiten. Natürlich müssen zunächst einmal althergebrachte Regeln über Bord geworfen werden und der Mut für neue Einfälle vorhanden sein. Unternehmen sollten endlich lernen, wirklich von den modernen Vorzügen des Internets zu profitieren. Websites, Intranets, Mobiltelefone, Verfahren zur Netzwerksicherung - all dies ist in fast jedem Unternehmen schon längst vorhanden. Aber: Entscheidend ist nicht, welche IT-Technologie vorhanden ist, sondern was ein Unternehmen daraus macht. IT alleine hat noch kein Unternehmen je verändert.

IT ist Mittel zum Zweck, und sollte auch als solches begriffen werden. Unter der Vorgabe maximaler Kosteneinsparungen eingesetzt, können oft sensationelle Erfolge eingefahren werden. Jüngste Markterfolge machen das exemplarisch vor - Billigfluglinien etwa setzen ihre IT-Mittel sehr kreativ ein. Kreativität - das ist das wirkliche Geheimnis, über ungewöhnliche Wege lassen sich oft die größten Erfolge erzielen. Durch intelligente Investition in moderne Automatisierungssysteme könnten jedes Jahr durchaus mehrere Millionen Euro eingespart werden, zum Beispiel indem die Verwaltung von Löhnen, Renten, Firmenwagen, Spesen und anderem Betriebsvermögen direkt den Mitarbeitern überlassen wird. Es gibt Beispiele, wo eine solche Selbstverantwortung über das Intranet - statt wie üblich kostenintensiv über die Personalabteilung - wunderbar funktioniert und dem Unternehmen neben immensen Einsparungen übrigens auch eine erheblich reduzierte Fehlerrate einbringt.

Solche Maßnahmen können natürlich nur effektiv sein, wenn bei der Bearbeitung vorhandener Geschäftsprozesse das gesamte Unternehmen, und damit ist besonders der Elan aller beteiligten Personen gemeint, für den Wandel gesichert werden kann. Eine wirkliche Unternehmensflexibilität, die besonders in Zeiten der Krise schnelle Reaktion auf geänderte Rahmenbedingungen und Marktkräfte zulässt, kann nur im harmonischen Zusammenspiel von Menschen, Prozessen und Technologien erreicht werden.

Viele etablierte Unternehmen profitieren bereits von den Vorzügen, die Technologien wie das Internet bereitstellen. Aber oft wird einfach noch nicht mutig genug in die Zukunft gedacht, es werden ganzheitliche Konzepte gebraucht, die zusätzliche Synergieeffekte aufspüren und möglich machen. Z.B. könnte die Installierung eines WAN dazu führen, diese Investition in einem Schritt für die Generierung neuer Online-Services, intern als auch an der Schnittstelle zum Kunden, zu nutzen. Technisch ist das alles kein Problem, aber Ideen und Mut müssen vorhanden sind. Service-Provider, deren wichtigste Rolle die eines Beraters ist, sollten mitdenken, Ideen liefern und ihre Kunden entsprechend beraten.

Unternehmen können den Weg aus der allgemeinen Jammerperspektive heraus finden, wenn sie in der Krise ihre Chancen erkennen. Gerade jetzt ist es z.B. wichtig, nicht beim Kunden zu sparen und die eigenen CRM-Systeme auf Vordermann zu bringen. Unternehmen würden ihre Schwachstellen sehr schnell heraus finden, wären sie auf ihre eigenen Service-Lines angewiesen! Nur wenn Unternehmen es schaffen, Automatisierungssysteme in den gesamten Unternehmensprozess richtig zu integrieren - so dass wichtige Information punktuell genau dort abgerufen werden können, wo sie gebraucht werden - erweisen sich Kundenkontaktstellen, beispielsweise Call-Center, am Ende als wirklich profitable Kundendienstleister. Jedes Unternehmen, das nicht auch in Zeiten der Krise kontinuierlich investiert, um das volle Potenzial schon vorhandener Technologie-Systeme auszuschöpfen, handelt sehr unklug. Wer einen aufmerksamen Blick auf große Unternehmen wirft, wird bemerken, dass diese in aller Stille in moderne Internettechnologien investieren. Denn sie wissen, gerade jetzt entscheidet sich, wer am Ende die Nase vorn hat.

(*) Wolfgang Essig, 45, ist seit 2002 Deutschland-Chef der Telekomgesellschaft BT Ignite. Lesen Sie mehr den Manager in seinem Portrait weiter ...

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