Investitionen im Argrarsektor
Farmageddon

Die Investition in Grund und Boden ist noch eine Domäne der Profis. Aber nicht mehr lange: Das Wachstum der Weltbevölkerung führt zu einer immer höheren Nachfrage nach Agrarflächen. Warum die Preise von Farmland weltweit weiter steigen und wie Anleger profitieren.

Eine Frage treibt Norbert Sander derzeit um. "Werden wir sie alle satt bekommen?" Sicher, der Vorstandschef von K + S stellt sich diesem Problem wohl weniger aus altruistischem, sondern vielmehr im ureigenen wirtschaftlichen Interesse seines Unternehmens, einem der führenden europäischen Düngemittelhersteller.

Doch Steiner zeigt gleichzeitig ein Thema auf, das bislang weltweit weitgehend unterschätzt wird: Die Erde wird nach Schätzungen der UNO Mitte des Jahrhunderts von mehr als neun Milliarden Menschen bewohnt sein. 1957 waren es noch vier, im Jahr 2000 sechs Milliarden. Auf die Welt komme, so Steiner, in den nächsten Jahren die Aufgabe zu, die so stark wachsende Weltbevölkerung ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versorgen. "Hier müssen alle Möglichkeiten ausgenutzt werden, um eine Steigerung der Flächenerträge zu erreichen."

Bei der gigantischen Aufgabe, Hunger und Durst der stetig wachsenden Menschheit zu stillen, drohen Engpässe bei Wasser und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Beide Ressourcen sind auf dem Globus nur begrenzt verfügbar. An jedem einzelnen Tag wächst die Weltbevölkerung um durchschnittlich 200 000 neue Erdenbürger. Schon bald werden sich weltweit im Schnitt 70 Menschen die Landfläche von einem Quadratkilometer teilen müssen.

Konkret heißt das: Werden in Zukunft keine weiteren Wüsten bewässert oder Wälder für die Nahrungsproduktion gerodet, wird die für die Ernährung der Menschen verfügbare Fläche pro Kopf immer stärker schrumpfen. Ein Blick auf Afrika zeigt: Waren dort im Jahr 2000 noch über 2 400 Quadratmeter landwirtschaftlicher Nutzfläche pro Einwohner vorhanden, so werden es nach Schätzungen supranationaler Organisationen im Jahr 2050 nur noch 1 100 Quadratmeter pro Kopf sein.

Ein Blick in die unzähligen asiatischen Millionenstädte bekräftigt die Angst vor Engpässen: "Der Bedarf Asiens an landwirtschaftlichen Produkten wird in den kommenden Jahren weiter kräftig steigen, da die dortigen Gesellschaften mit steigendem Wohlstand ihre Ernährung immer stärker auf tierische Proteine umstellen", sagt der Chefökonom der Deutschen Bank, Norbert Walter.

Im Kampf um die Nutzung von Agrarland ist in jüngster Zeit neben der Nahrungsmittel- und Futtermittelwirtschaft ein weiterer Wettbewerber aufgetaucht - die Energiewirtschaft. Denn die Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen steigt überproportional, weil Feldfrüchte wie Mais, Zucker, Raps, Weizen, Sojabohnen und Palmöl zunehmend als Energiequelle genutzt werden.

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