Investitionen in Informationstechnologie als Schlüssel zum Erfolg
Bankenpräsident sieht eine Revolution im Kreditgewerbe

Wie die Bank der Zukunft aussehen wird und wie sich der Sektor in den nächsten Jahren verändern wird, zeichnet sich heute erst in Ansätzen ab. Auch Experten haben nur vage Vorstellungen. Sie sagen Umwälzungen durch die technologische Entwicklung und eine weitere Konsolidierung der Branche in Europa voraus.

gja FRANKFURT/M. "Wer glaubt, es habe sich in der Kreditwirtschaft viel verändert in den vergangenen fünf Jahren, der wird feststellen, dass in den nächsten fünf Jahren noch ungleich mehr passieren wird." Frank Heintzeler, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, lässt keinen Zweifel daran, dass die von ihm prognostizierten Veränderungen für seine Branche tiefgreifend sein werden. "Unter der Oberfläche findet eine Revolution statt", konstatierte er anlässlich der European Banking Technology Fair in Frankfurt.

Als eine der Antriebsfedern für diese Revolution identifizierte er die rasante technologische Entwicklung. "Investitionen in die Informationstechnologie sind der Schlüssel zum Erfolg für Banken und entscheiden über Sein oder Nichtsein", meinte Heintzeler. Der IT-Fortschritt überwinde Grenzen, untergrabe die Kundenloyalität und schaffe völlig neue Marktplätze für Bankdienste.

Zudem drängten IT-Unternehmen, die auf technischer Ebene mit den Banken zusammenarbeiteten, in deren Märkte. Die Kreditwirtschaft sei aber in einer besseren Position als die Newcomer im Bankgeschäft, beruhigte der Verbandspräsident seine Branche. Denn sie hätten das, was die IT-Unternehmen nicht hätten: etablierte Markennamen, Verbindungen zu Kunden und deren Vertrauen.

Investment-Banking wird immer wichtiger

Weitere Trends, die Heintzeler für das Kreditgewerbe sieht: Die Bedeutung des Investment-Bankings werde zunehmen - damit werde eine "Schlacht um qualifiziertes Personal" ausbrechen. Weil alle Institute in die zukunftsträchtige Vermögensverwaltung drängten, werde dort der Kampf um die Kundengelder immer härter werden. Für große Banken werde es nötig sein, noch größere Einheiten zu bilden, während insbesondere für kleinere Institute eine Kooperationsstrategie - garniert mit stärkerer Nutzung von Outsourcing - sinnvoll sei.

Bei aller Veränderung: Einige Facetten des heutigen Bankgeschäftes werden nach Heintzelers Ansicht auch in Zukunft bestehen: "Filialen bleiben der Anker des Vertriebs", prophezeite er. "Clicks and bricks", also einem Multikanalkonzept mit Internet und stationärem Vertrieb, gehöre die Zukunft. Auch das klassische kommerzielle Bankgeschäft - Kredite und Einlagen - werde wichtig bleiben. Zudem werde die oft totgesagte Universalbank überleben - aber nicht in Form des Finanz-Supermarkts alter Prägung, sondern in fokussierter Form.

Wie Heintzeler sagte auch Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark auf derselben Veranstaltung gravierende Veränderungen im Bankensektor voraus. Die Geschwindigkeit des strukturellen Wandels scheine sich zu erhöhen, erklärte Stark. Insbesondere prognostizierte er eine wachsende Zahl an Zusammenschlüssen von Finanzinstituten, sowohl innerhalb nationaler Märkte als auch grenzüberschreitend. Allerdings seien einige Banken angesichts der kulturellen und rechtlichen Probleme bei Cross-Border-Transaktionen dabei, pan-europäische strategische Allianzen aufzubauen.

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