Investitionen in Informationstechnologie gefordert
"Mittelstand muss sich auf seine Stärken besinnen"

Jörg Menno Harms, Deutschlandchef des Elektronik-Riesen Hewlett Packard empfiehlt deutschen Mittelständlern in Informationstechnologie zu investieren. "Ohne weltweite Vernetzung mit den Kunden wird es nicht mehr gehen", sagte Harms auf dem Mittelstandsforum des Handelsblatts am Rande der IT Systems-Messe in München.

HB/mwb MÜNCHEN. Nur so könnten Mittelständler auch in Zukunft ihre ureigenen Stärken "Schnelligkeit und Flexibilität" voll entfalten. Deutsche Unternehmen lägen bei der industriellen Nutzung von IT international auf dem ersten Platz. Diese Führungsposition dürfe nicht auch noch verspielt werden. Wichtig sei vor allem eine gute Ausbildung der Mitarbeiter, um die Potenziale der Software auch zu nutzen. Auch Roland-Berger-Berater Tim Zimmermann sieht starken Nachholbedarf beim Mittelstand.

"IT ist immer nur ein Hilfsmittel. Die exakte Abbildung des Geschäfts mit Hilfe maßgeschneiderter ist entscheidend", gab Alexander Tietje, Finanzchef des Automobilzulieferers Brose zu bedenken. Nur weil Brose dazu in der Lage sei, könne der Mittelständler das Expansionstempo der Automobilkonzern ins Ausland mitgehen. Brose ist bei einem Umsatz von fast 2 Mrd. Euro in über 30 Ländern vertreten und kämpft selbst gegen Zulieferkonzerne, deren Erlöse zehnmal höher sind. Alle Brose-Werke sind nach dem gleichen Muster aufgebaut und via eigener Satellitenstrecken permanent miteinander verbunden. Bei seiner Expansion ist dem Coburger Unternehmen das Kunststück gelungen, keine Bankschulden zu haben.

Viele Mittelständler fürchten dagegen durch die regide Kreditpolitik der Banken künftig IT-Investitionen und Expansion nicht mehr finanzieren zu können. "In Deutschland ist langsam Hopfen und Malz verloren", befürchtet Kurt-Jörg Gaiser, Vorstandschef der Rinol AG, einem Herstellers industrieller Böden. Den Nachfrageeinbruch im Inland habe sein Unternehmen schließlich nur durch rechtzeitige Erschließung der Auslandsmärkte abfangen können.

Mit Basel II und der damit verbunden Bonitätseinstufung werde für den Mittelstand der Geldhahn weiter zugedreht. Ottmar Schneck, Professor an der European Business School in Reutlingen, empfiehlt den Mittelständlern dagegen, das Thema Rating nicht zu bejammern, sondern offensiv anzugehen. Die Unternehmen hätten sich bislang steueroptimierend arm gerechnet. "Damit kann man natürlich kein gutes Rating bekommen", sagte Schneck. Es komme jetzt darauf an sich schnell umzustellen und eine schnelle Aufbereitung der Unternehmensdaten durch geeignete IT zu gewährleisten.

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