Investitionen in UMTS belasten
Mobilcom-Kurs weiter auf Talfahrt

Die Aktien des Telekommunikationskonzern Mobilcom haben am Mittwoch ihre Talfahrt vom Vortag fortgesetzt und ein neues Jahrestief markiert. Bis 16.16 Uhr verloren die Papiere des im Blue Chip-Index des Neuen Marktes gelisteten Unternehmens über 16 % auf 25 Euro, nachdem sie zuvor bis auf ein Jahrestief von 24,21 Euro gefallen waren.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien des Telekommunikationskonzern Mobilcom haben am Mittwochmorgen ihre Talfahrt vom Vortag fortgesetzt und ein neues Jahrestief mit 24 Euro markiert. Ein Händler des Bankhauses BNP führte die Kursverluste auf die im Markt schlecht aufgenommenen Geschäftszahlen vom Vortag zurück, die sich am Mittwochnorgen in sehr negativen Zeitungsberichten niedergeschlagen hätten und den Kurs weiter drückten. Vor allem Kleinanleger reagiertem am Morgen auf diese Berichte, fügte er hinzu. Um 16.16 Uhr notierte die Mobilcom-Aktie bei 25 Euro (minus 16,67 % zum Vortag). Gleichzeitig gab der Nemax 50 bis 16.20 Uhr um 6,07 % auf 2 348,65 Stellen nach.

Die Nichtverbuchung der Finanzbelastungen aus Krediten für Investitionen in die neue Mobilfunkgeneration UMTS im Jahr 2000 vertage schwarze Zahlen noch weiter in die Zukunft, sagte ein Händler von Dresdner Kleinwort Benson. Mobilcom hatte am Vortag bekannt gegeben, dass diese Kosten erst mit dem Netzstart ab 2002 verbucht würden. Zusätzlich belaste der insgesamt unter Druck stehende Sektor die Aktie, sagte der Händler.

Das Unternehmen werde nicht wegen der Zahlen bestraft, sonder auf Grund seiner Zugehörigkeit zur Telekom-Branche, sagte Christoph Vogt, Telekom-Analyst bei M.M. Warburg. Der ganze Sektor leide unter dem wenig erfolgreichen verlaufenden Börsengang des französisch-britischen Mobilfunkers Orange.

Vor wenigen Tagen habe Moodys zudem die Kreditwürdigkeit der Deutschen Telekom herab gestuft. Dieser Schritt wirke sich nicht nur auf dieses Unternehmen aus. Auch bei Mobilcom befürchteten die Anleger, das Unternehmen könnte bei seiner hohen Verschuldung durch höhere Zinszahlungen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Deshalb stießen sie die Aktien nun ab.

Die veröffentlichten Umsatz- und Betriebsergebniszahlen seien innerhalb seiner Erwartungen geblieben, sagte Vogt. Gerade auch angesichts des schwachen Börsenumfeldes werde er die Papiere jedoch weiterhin auf "Halten" einstufen. Gegenwärtig errechne er noch die genauen Zahlen für seine neue Studie.

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