Investitionsgüterindustrie ist noch gut in Schwung
Maschinenbau sieht Chancen für weiteres Wachstum

Der Maschinen- und Anlagenbau lässt sich seinen Optimismus nicht ausreden. Für die Euro-Länder ist im laufenden Jahr ein reales Produktionswachstum von 4,5 % in Sicht.

In der EU läuft die Maschinenproduktion insgesamt noch auf vollen Touren. Die bisher angesammelten Auftragspolster lassen die Fertigung in nahezu allen westeuropäischen Ländern nach der Erkenntnis des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) 2001 nochmals wachsen. In einer soeben fertig gestellten Analyse, die sich auf Aussagen der nationalen Verbände stützt, geht der VDMA von einem realen Produktionsplus in Westeuropa von rund 3,5 % nach 5,3 % aus. Bremsend wirkt erneut Großbritannien mit einem voraussichtlichen Minus von 3 %. Für die Euro-Länder erwartet der Verband einen Zuwachs von 4,5 %, für Deutschland allein von 5 %.

Etwas weniger freundlich sieht es bei den Auftragseingängen aus. Denn die Maschinennachfrage in Westeuropa zeigt nach einem hervorragenden Jahr 2000 erste Anzeichen einer zyklischen Verlangsamung. Dass der amerikanischen Konjunkturlokomotive der Dampf ausgeht und damit der weltwirtschaftliche Wachstumszug stärker an Tempo verliert als zunächst erwartet, steht auch nach Auffassung von Unternehmenssprechern außer Zweifel. Viele gehen in der Bewertung der US-Konjunktur und den hiervon ausgehenden Effekten aber nach wie vor eher von einer Wachstumsabschwächung als von einem tatsächlichen Einbruch aus.

Die Zinsschritte in den USA sowie das verabschiedete Steuerreformpaket haben die Chancen einer raschen Erholung nach Auffassung des VDMA verbessert. Börsenanalysten sehen ebenfalls kaum Anlass zu grundlegendem Pessimismus, stehen der Konjunkturentwicklung im Maschinenbau aber eher abwartend entgegen. Überwiegend wird die Branche als "neutral" gewichtet. Einzelne Werte werden auch als "Outperformer" empfohlen.

Im Übrigen sind die in der Tabelle als größte Maschinenbauer ausgewiesenen Unternehmen durchaus nicht alle repräsentativ für die Branche. In ihr dominiert vielmehr der mittelständische Betrieb mit wenigen hundert Mitarbeitern, der sich in der Regel voll auf typische Maschinenbauprodukte konzentriert. Bei den Großen handelt es sich überwiegend um Konglomerate, bei denen der Maschinenbau zwar ein wichtiger, aber eben nur ein Teil der Gesamtaktivitäten ist. Festzustellen ist, dass die Mehrzahl der Konzerne bemüht ist, ihre Strukturen sauber herauszustellen, wobei die Maschinenbausparten eine wesentliche Rolle spielen.

Chancen für den Mittelstand sind gut

Nicht nur von Verbandsseite, sondern auch von Konjunkturforschungsinstituten wird argumentiert, dass die Chancen gerade für den mittelständischen europäischen Maschinenbau auf eine Fortsetzung seines Wachstumskurses nicht schlecht stehen. Der weltweite Mangel an Facharbeitern sorge in den Kundenbranchen weiterhin für den notwendigen Druck, in arbeitsplatzsparende technische Fortschritte zu investieren. Das komme den europäischen Herstellern von Maschinenbauprodukten zugute, die in vielen Sparten technologisch führend seien. Die internationale Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts in München zeigt, dass der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften an erster Stelle unter den größten Problemen der Industrie in der EU steht.

Ein Blick in die Statistik lässt die Bedeutung des Maschinenbaus erkennen. In der EU stellt er einen Produktionswert von etwa 330 Mrd. Euro dar. Er bringt ein Zehntel der industriellen Wertschöpfung und beschäftigt mit mehr als zwei Millionen Personen ebenfalls rund 10 % aller in der Industrie Tätigen. Rund zwei Drittel der Produktion werden in der EU selbst abgesetzt. Der deutsche Maschinenbau ist mit einem Produktionsanteil von rund 40 % der dominierende Lieferant. Hinter ihm bilden Italien mit knapp einem Fünftel und Großbritannien sowie Frankreich mit jeweils einem Zehntel ein Dreierfeld, das zusammen in etwa auf den gleichen Anteil wie Deutschland kommt. Innerhalb dieser Gruppe hat sich im letzten Jahrzehnt Italien stark nach vorn geschoben, während Großbritannien stetig zurückgefallen ist.

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