Investitionsschwäche belastet Technologieunternehmen
IBM verfehlt Ziele für Gewinn und Umsatz deutlich

Der weltgrößte Computerkonzern International Business Machines (IBM) Corp. hat seine Umsatz- und Ertragsziele im ersten Quartal deutlich verfehlt. Der Gewinn je Aktie wird nach Angaben des Konzerns aus Armonk/New York zwischen 66 und 70 Cent liegen. Die Wall Street hatte mit 85 Cent gerechnet.

tor NEW YORK. Auch die Erlöse bleiben weit hinter den Erwartungen der Analysten zurück: IBM rechnet jetzt nur noch mit 18,4 bis 18,6 Mrd. $. Die vom Finanzinformationsdienst Thomson Financial/First Call befragten Experten hatten 19,7 Mrd. $ erwartet.

Der Kurs sackte bei Handelsbeginn in New York um mehr als 10 % ab und zog den Börsenindex Dow Jones mit nach unten. Die Technologiebörse Nasdaq verlor fast 2 %. IBM hatte nach ersten Gerüchten über eine bevorstehende Gewinnwarnung bereits am Freitag 3 % verloren.

Der Konzern machte für die Gewinnwarnung das schlechte Geschäftsumfeld verantwortlich. "Die Lage ist nach wie vor sehr schwierig", sagte IBM-Finanzchef John Joyce. Viele Kunden würden ihre Investitionen in neue Technologieprodukte zurückstellen, bis sich ihre wirtschaftliche Lage spürbar verbessert habe. Die Technology-Group, die unter anderem Computerchips herstellt, setzte im Jahresvergleich 35 % weniger um und wird voraussichtlich einen Quartalsverlust von 200 Mill. $ ausweisen.

Die schlechten Zahlen von IBM deuten darauf hin, dass der Technologiesektor noch ein gutes Stück von einer Erholung entfernt ist. Die Gewinne sind schwach, Investitionen werden zurück gestellt. Hoffnungen auf eine durchgreifende und dauerhafte Belebung der US-Wirtschaft erhalten damit einen Dämpfer.

"IBM kann sich nicht mehr von der allgemeinen Schwäche im Technologiesektor abkoppeln", kommentierte Shelby Seyfrafi die erste Gewinnwarnung des Konzers seit einem Jahrzehnt. Der Analyst der Investmentgesellschaft A.G. Edwards will jedoch nicht ausschließen, dass auch eine erhöhte Vorsicht bei der Bilanzierung zu den schlechten Zahlen beigetragen hat.

Wie andere Unternehmen war auch IBM war nach der Pleite des Energiekonzerns Enron Corp. unter Druck der Investoren geraten, mehr Transparenz und Solidität in sein Zahlenwerk zu bringen. Zudem wird an der Wall Street darüber spekuliert, ob IBM mit dem schlechten Quartalsergebnis die Messlatte für den neuen Konzernchef Sam Palmisano bewusst etwas niedriger hängen will.

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