Investitionsverschiebung erwägt
Regierungspläne treiben Merck ins Ausland

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA erwägt als Reaktion auf die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitsbereich, Investitionen in eine neue Proteinproduktionsstätte in die USA zu verlagern.

Reuters FRANKFURT. Merck erziele zwar weniger als zehn Prozent des Umsatzes in Deutschland, aber zu vierzig Prozent blieben die Investitionen im Land, sagte Vorstandschef Bernhard Scheuble in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Focus Money". "Jetzt müssen aber auch wir darüber nachdenken, ob wir die 300 Millionen Euro für unsere neue Protein-Produktionsstätte in Thüringen oder in den USA investieren", sagte Scheuble. Die USA habe wie Singapur oder Irland erkannt, dass sich der Kampf um interessante Investitionen weltweit verschärfe. Dies habe die Bundesregierung indes noch nicht gemerkt, sagte Scheuble, der zugleich auch Vorstandschef des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Deutschland ist.

Ein Merck-Sprecher in Darmstadt erklärte, bei der geplanten Protein-Produktionsstätte handele es sich um eine Anlage für die Medikamentenherstellung. Gegenwärtig sei noch keine Entscheidung über den Produktionsstandort gefallen. "Bis spätestens Frühjahr 2003 soll hierzu eine Entscheidung gefällt werden", merkte er an. Alle Fakten würden derzeit erwogen und die Verhandlungen liefen.

Die Sparpläne von Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) im Gesundheitswesen werden vom Pharmaverband VFA stark kritisiert. Als VFA-Vorstandschef hatte Scheuble Anfang November der Bundesregierung vorgeworfen, diese schädige mit ihren Plänen den Pharmastandort Deutschland. Der VFA mit seinen 44 Mitgliedsunternehmen repräsentiert insbesondere die großen Unternehmen der Pharmabranche in Deutschland.

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