Investitionszusage in Höhe von 25 Mill. Euro
Letsbuyit verzeichnet hohen Nettobetriebsverlust

Der am Frankfurter Neuen Markt gelistete Internethändler Letsbuyit.com hat im Geschäftsjahr 2000 seinen Umsatz deutlich gesteigert, dabei aber einen hohen Netto-Betriebsverlust ausgewiesen. Der Umsatz sei auf 38,2 Mill. Euro von 2,2 Mill. Euro im Vorjahr gestiegen.

Reuters AMSTERDAM. Der Netto-Betriebsverlust von 141,7 Mill. Euro resultiere aus umfangreichen Investitionen in den Aufbau der Marke sowie technischer und personeller Ressourcen für die Unternehmensexpansion, teilte die Gesellschaft am Montag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Einen Vorjahreswert nannte Letsbuyit nicht. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge eine Investitionszusage in Höhe von 25 Mill. Euro erhalten. Ab dem 4. Quartal 2002 plane Letsbuyit, profitabel zu arbeiten, hieß es.

Wie die Gesellschaft weiter mitteilte, beliefen sich die betrieblichen Aufwendungen 2000 inklusive der Kosten für technologische Entwicklung, Warenauslieferung und Restrukturierung auf insgesamt 137,2 Mill. Euro. Die Gesamtaufwendungen beinhalteten außergewöhnliche Aufwendungen von 14,6 Mill. Euro, unter anderem Restrukturierungskosten und Abschreibungen des Warenlagers aufgrund des Lieferstops während des Zahlungsmoratoriums, in dem sich Letsbuyit vom 29. Dezember bis zum 21. Februar befand. Der Brutto-Gewinn habe sich 2000 nach Berücksichtigung von Lagerabschreibungen und anderen Auswirkungen des Moratoriums auf 546 000 Euro belaufen.

Mitarbeiterzahl und Filialen drasitsch reduziert

Seit Anfang des Jahres hat das Letsbuyit-Management den Angaben zufolge die Gesellschaft maßgeblich restrukturiert, um eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit herbeizufühhren. In diesen Zusammenhang seien sieben von 13 Niederlassungen geschlossen und die Zahl der Mitarbeiter auf 130 von über 350 reduziert worden. Um das operative Ergebnis zu verbessern, plane die Gesellschaft, sich auf ihre Kernmärkte zu fokussieren, ein selektiveres und margenträchtigeres Produktsortiment aufzubauen und Effizienzsteigerungspotenziale im Bereich Warenlogistik und Kundenservice zu erschließen. Darüber hinaus sei Letsbuyit in mehrere Projekte engagiert, die darauf abzielten, die Position des Unternehmens durch Allianzen und Partnerschaften mit großen europäischen Internet-Unternehmen und Unternehmen aus traditionellen Wirtschaftsbereichen zu verbessern.

Trotz erheblicher Einsparungen im Marketing-Bereich sowie eines anfangs limitierten Produktsortiments habe die Gesellschaft bereits wenige Wochen nach Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit ein Bestellvolumen von über zwei Mill. Euro verzeichnet.

Nach erfolgreichem Abschluss des Restrukturierungsprogrammes und vor dem Hintergrund der neuen Strategie und der Verfügbarkeit zusätzlicher finanzieller Ressourcen plane die Gesellschaft ab dem 4. Quartal 2002 profitabel zu arbeiten, hieß es.

Investitionszusage in Höhe von 25 Mill. Euro

Den Angaben zufolge stammt die Investitionszusage in Höhe von 25 Mill. Euro von der in New York ansässigen Private Equity Gruppe GEM Group. Das New Yorker Unternehmen stelle Eigenkapital zur Verfügung und verpflichte sich, Aktien von Letsbuyit im Wert von bis zu 25 Mill. Euro zu zeichnen. Die zeitliche Abfolge könne der Internethändler über Kapitalerhöhungen unter Ausschluss der Bezugsrechte allein bestimmen. Letsbuyit plane, die zusätzlichen Finanzmittel für die weitere Finanzierung des Wachstums einzusetzen, um damit die für Ende kommenden Jahres angestrebte Profitabilität zu erreichen. Im Januar hatte das Unternhemen mitgeteilt, dass 80 Mill. Euro erforderlich seien, um bis Ende 2002 aus den roten Zahlen zu kommen.

Ferner hieß es, die Shmulik Stein International Investments Ltd (SSII) habe bisher 948 995 Euro an Letsbuyit gezahlt. Den Angaben zufolge hatte SSII zu Jahresbeginn eine Finanzspritze von 3,8 Mill. Euro und ein an bestimmte Ziele gebundenes zweites Investment von 26,2 Mill. Euro zugesagt. SSII und Letsbuyit verhandelten gegenwärtig über die Einzahlung des Differenzbetrags für die erste Tranche. Zudem stehe man in Nachverhandlungen über die ursprünglichen Beteiligungsverträge.

Letsbuyit.com war im vergangenen Jahr in finanzielle Schwierigkeiten geraten, hatte dann aber nach eigenen Angaben eine Kapitalspritze erhalten, die die Geschäfte des Internethändlers absicherten.

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