Investment-Idee
Analysten empfehlen Bauer

Die Baubranche boomt in Deutschland wie schon lange nicht mehr - und nicht nur hier. Auch Schwellenländer investieren zurzeit kräftig in ihre Infrastruktur. Entsprechend groß ist die Nachfrage, und nicht nur die Branchenriesen verdienen gut daran. Auch für das Familienunternehmen Bauer, das auf Tiefbau sowie Boden und Grundwasser spezialisiert ist, war 2007 ein Rekordjahr. Die tägliche Investment-Idee.

FRANKFURT. Bauer liefert nicht nur die Spezialmaschinen die notwendig sind, um beispielsweise Fundamente zu legen, sondern auch die dazugehörige Ingenieurleistung. Die Auftragsbücher sind voll, die Kunden verteilen sich über die ganze Welt: Bauer ist in knapp 60 Ländern aktiv, die Projekte reichen von Stadien in Katar über den Bau von Dämmen in Afrika bis hin zur U-Bahn in Istanbul. Fast drei Viertel seines Umsatzes macht Bauer im Ausland, im vergangenen Jahr lagen die Umsatzerlöse bei etwas mehr als einer Mrd. Euro.

Seit dem Börsengang 2006 hat die im SDax gelistete Bauer-Aktie von 16,75 Euro auf knapp 65 Euro zugelegt, und zahlreiche Banken attestieren dem Papier weiteres Steigerungspotenzial: Sechs von sieben Analysten raten zum Kauf. Alastair Stewart von Dresdner Kleinwort sieht das Kursziel sogar bei mehr als 100 Euro. "Unserer Ansicht nach besteht die Möglichkeit, dass Bauer weiterhin die Erwartungen übertrifft, wie beinahe jedes Quartal seit dem Börsengang", sagt der Wertpapierexperte.

Die Zahlen für das erste Quartal 2008 unterstreichen die Prognose. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte das Nachsteuerergebnis um fast 250 Prozent auf 12,4 Mill. Euro. 2008 will Bauer seinen Jahresgewinn noch um 20 Prozent auf 90 Mill. Euro steigern. Analysten gehen allerdings davon aus, dass auch das vorsichtig angesetzt ist. Die Kapazitäten seien weit bis ins zweite Halbjahr hinein ausgelastet, teilte Bauer bei Vorlage der Quartalszahlen mit - allein von Januar bis März 2008 gewann Bauer ein Auftragsvolumen, das 77 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums liegt.

Ihre hohen Erwartungen begründen Branchenexperten mit der internationalen Ausrichtung des hochgradig spezialisierten Unternehmens. Denn gerade im außereuropäischen Ausland besteht der größte Bedarf an Spezialtiefbau, wie ihn Bauer anbietet. Der Trend zur Verstädterung, das Wachstum von Metropolen wie Shanghai oder Manhattan macht es notwendig, immer höhere Gebäude zu errichten, mit immer spezielleren Fundamenten. Wettbewerber, die die gleichen Spezialmaschinen und das technische Know How anbieten können, hat Bauer nur wenige. "Bauer besetzt eine technisch höchst anspruchsvolle Wachstumsnische", sagt Ralf Dörper von der West LB. Der Analyst hat das Kursziel für die Aktie ebenfalls angehoben, auf 69 Euro.

Durch seine Spezialisierung sieht Dörper den Konzern auch gut gegen Schwankungen sowohl in der Baubranche als auch der gesamten Konjunktur gerüstet. Nachteile durch den starken Euro beziehungsweise die Dollarschwäche befürchtet er kaum. Da der Spezialtiefbauer seine Maschinen teilweise auch im Ausland produziert, kann das Unternehmen auf diese Art Währungsrisiken vergleichsweise gut ausgleichen.

"Die generelle Konjunkturentwicklung spielt eine sehr untergeordnete Rolle für Bauer", so Dörper. Die wichtigsten Märkte liegen ohnehin in Asien sowie im Nahen Osten, wo die Nachfrage nach Tiefbauarbeiten größer ist als das Angebot. "Auf diesem Markt übersteigt das Volumen der Bauaktivitäten das Bruttosozialprodukt", sagt Stewart. 2007 machte Bauer dort bereits knapp ein Fünftel seines Umsatzes, Tendenz steigend.

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