Investment-Idee
Dickes Polster für harte Zeiten

Das Fressen und Gefressen werden hält an in der Stahlbranche. Salzgitter will sich als Premiumanbieter von Spezialstahl von der Konkurrenz absetzen. Der Konzern hält das Geld zusammen - das nutzt den Aktionären.

FRANKFURT. Wolfgang Leese will allein bleiben, nicht von den Großen geschluckt werden. Leese ist Chef der Salzgitter AG, dem zweitgrößten deutschen Stahlkonzern hinter Thyssen-Krupp. Sein Unternehmen erzielte im abgelaufenen Jahr immerhin rund zehn Mrd. Euro Umsatz. Doch im weltweiten Stahlgeschäft ist Salzgitter damit eine kleine Nummer - ein potenzielles Übernahmeziel.

Seit Jahren ist das Fressen und Gefressen werden in der Stahlbranche im Gange, es erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt mit der Megafusion zwischen Arcelor und Mittal und ist noch nicht beendet. Überlebenschancen haben Leese zufolge nur zwei verschiedene Spezies von Stahlunternehmen: die global aktiven Konsolidierer und die Premium-Anbieter. Salzgitter will zur zweiten Gruppe zählen und sich durch Spezialstahl - schwere Träger, Grobbleche und Röhren - von der Konkurrenz absetzen. "Salzgitter hat den großen Vorteil, dass es im Röhrengeschäft tätig ist", sagt Hermann Reith, Analyst der BHF Bank. Anders als beim Flachstahl bieten nur wenige Firmen Röhren für Öl- und Gas-Pipelines an.

Mit der Positionierung in der Nische hat Leese das Unternehmen zu einem der profitabelsten in der Branche gemacht. Auch die Aktie hat in den vergangen Jahren enorm zugelegt. Noch vor fünf Jahren kam der Kurs kaum über sechs Euro je Aktie hinaus. Jetzt, nach Jahren boomender Stahlkonjunktur, ist ein Anteilsschein rund 124 Euro wert. Die Mehrheit der Analysten erwartet, dass der Kurs weiter steigt. Zehn von 15 Analysten, die die Salzgitter-Aktie im vergangenen Monat bewertet haben, empfehlen den Kauf. Vier raten zum Halten und einer ermutigt zum Verkauf.

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