Investmentbanker reagieren enttäuscht
Dresdner Kleinwort bleibt Allianz-versichert

Die Mitarbeiter der Investment-Bank reagierten enttäuscht und verunsichert auf die Pläne des Allianz-Vorstands, die DKW in den Finanzkonzern zu integrieren. Bei Analysten stößt die Entwicklung auf Unverständnis.

LONDON/FRANKFURT/M. Die Dresdner Bank wird die beiden Geschäftsfelder Firmenkunden und das in der Einheit Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) zusammengefasste Investment-Banking in dem neuen Bereich Corporates & Markets bündeln. Für Dresdner-Chef Bernd Fahrholz wird das Kapitalmarkt- und Beratungsgeschäft künftig Dreh- und Angelpunkt der strategischen Weiterentwicklung innerhalb der Allianz sein. Die zweite Säule der Dresdner Bank bildet künftig das Privatkundengeschäft. Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle betonte, dass die Dresdner Bank integraler Bestandteil der Gruppe ist.

Enttäuscht reagierten in London die DKW-Mitarbeiter. Von dem weltweit geplanten Abbau von mehr als 1 000 Stellen wussten sie zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts. Ihr Unmut galt vielmehr dem abgesagten Börsengang und der damit hinfälligen Mitarbeiterbeteiligung. "Die Leute sind beunruhigt über die neuen Pläne der Allianz", erklärte ein Investmentbanker bereits ahnungsvoll. Für die ausgefallene Mitarbeiterbeteiligung erwarten die DKW-Banker einen finanziellen Ausgleich. Eine Panik wie im vergangenen Jahr ist bislang noch nicht zu spüren. Damals hatte die Diskussion um einen Verkauf von DKW im Zuge der geplanten Fusion mit der Deutschen Bank einen Exodus der Mitarbeiter bewirkt. Mit vielen freiwilligen Abgängen rechnet angesichts des schlechten Geschäftsumfeldes kaum jemand. Schließlich bauen große Adressen wie Merrill Lynch und Goldman Sachs derzeit in New York und London Personal ab.

Neben DKW-Chef Leonhard Fischer, der seit dieser Woche auch im Vorstand der Allianz sitzt, sollen über die Pläne der Münchener auch das Management Board von DKW mit Chairman Bruce Wasserstein (New York) sowie Deputy Chairman Tim Shacklock (London) informiert gewesen sein. Sie haben offenbar auch Forderungen gestellt: Beide wollen demnach weiter die Richtung der Investmentbank mitbestimmen.

Bislang laufen noch die Verhandlungen über die Zusammensetzung des Management Boards, dem wegen der Bündelung der Geschäftsfelder Vertreter beider Bereiche angehören werden. Das Board soll nach bisheriger Planung auf Ebene der Dresdner Bank eingesetzt werden. Ob der einflussreiche Wasserstein vertreten sein wird, ist noch nicht beschlossen. Fest steht: Die Hauptverantwortung trägt weiter Fischer. Gefordert werde zudem der uneingeschränkte Zugang zur Bilanz der Allianz, damit DKW auch für großvolumige Transaktionen über genügend Kapital verfügt.

Die Entwicklung stößt bei Analysten auf Unverständnis. Für Carsten Zielke (WestLB Panmure) ist der Kulturunterschied zwischen der Bankassekuranz und dem Investment-Banking zu groß. Für einen Börsengang sei der Allianz das Risiko mit der dafür nötigen Eigenkapitalunterlegung zu hoch gewesen, mutmaßt er. Für Trevor May von Schroder Salomon Smith Barney wird DKW weiter keine Kernaktivität für die Versicherung darstellen.

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