Investmentbanking wird spürbar verkleinert
Commerzbank kappt weitere Stellen

Die Commerzbank will mit zusätzlichem Personalabbau den tiefen Rutsch in die Verlustzone vermeiden. Dem Aufsichtsrat werden bereits am Montag die neuesten Pläne zur Kostensenkung vorgelegt. Danach soll in der Sparte Investmentbanking jede vierte der 1200 Stellen gestrichen werden.

HB/dpa FRANKFURT. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa betrifft dies vor allem Standorte in den USA und Asien. Für die zweite massive Sparwelle hat Vorstandschef Klaus-Peter Müller als neue Messlatte "weniger als fünf Milliarden Euro" im kommenden Jahr vorgegeben. 2001 und 2002 beliefen sich die Verwaltungskosten der viertgrößten Geschäftsbank in Deutschland noch auf 6,2 Milliarden beziehungsweise 5,5 Milliarden Euro.

Dieses ehrgeizige Ziel lässt sich aber nicht allein mit einer weiteren Reduzierung des Personals in der Sparte Investmentbanking erreichen. Deshalb sind auch in der Frankfurter Zentrale und bei ausländischen Töchtern Stellenkürzungen geplant. Details stehen dazu aber noch nicht fest.

Das Filialnetz in Deutschland bleibt aber unberührt. Nach Auffassung von Müller hat dieser Teil der Bank bereits seinen Beitrag geleistet. Bislang hatte die Commerzbank von 4300 Stellenstreichungen gesprochen. Nun werden es voraussichtlich 5000. Zuvor waren bereits 1700 Stellen nicht mehr besetzt worden. 2001 arbeiteten in der gelben Bank weltweit noch 39 000 Personen.

Am Dienstag wird der Vorstand auch die Ergebnisse für das 3. Quartal veröffentlichen. Nachdem die Branchenriesen Deutsche Bank und HypoVereinsbank in die Verlustzone gerutscht sind, wird nun mit Spannung auf die Zahlen der Commerzbank gewartet. Bereits im August wurde wegen zunehmender Kreditrisiken das ursprüngliche Gewinnziel für 2002 aufgegeben, das ein operatives Ergebnis von 700 bis 800 Millionen vorgesehen hatte.

Diese Vorgabe ist jedoch endgültig begraben. Die neue Orientierung lautet: "Operativ schwarz bleiben." Immerhin kann sich die gelbe Bank rühmen, im 1. und 2. Quartal überhaupt noch einen operativen Gewinn erreicht zu haben. Die unmittelbare Konkurrentin Dresdner Bank musste dagegen einen Betriebsverlust von 947 Millionen Euro ausweisen.

Kosmetisch aufgewertet wird die Bilanz der Commerzbank im 3. Quartal durch die Hypothekentochter Rheinhyp, die in die gemeinsame Hypothekenbank mit der Dresdner und der Deutschen Bank eingebracht wurde. Daraus floss ein außerordentlicher Gewinn von 700 Millionen Euro. Dennoch hat Commerzbank-Chef Müller Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit schon auf schlechte Nachrichten eingestimmt: "Ich weiß nicht, ob wir im Gesamtjahr noch Gewinne machen", lautet seine neueste Prognose.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%