Investmentgesellschaft der genossenschaftlichen Bankengruppe führt am 1. März neun Aktienfonds in Frankfurt ein
Fondshandel an der Börse boomt

Die institutionellen und die privaten Anleger entdecken börsengehandelte Fonds - trotz der trüben Börsenlage. Im weiteren Jahresverlauf dürfte die Angebotspalette noch breiter werden. Vor allem niedrige Gebühren und die kontinuierliche Kauf- und Verkaufsmöglichkeit locken.

HB FRANKFURT/M. Ab 1. März können die Anleger neun neue Produkte am Frankfurter Segment für börsengehandelte Investmentfonds ("ETF") ordern. Die verantwortliche Investmentgesellschaft Unico wird zusätzlich drei traditionelle Indexfonds anbieten. Vertreter der Union-Fonds-Holding, die zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehört, und ihrer Luxemburger Tochter Unico Asset Management werden die Produkte heute auf einer Pressekonferenz vorstellen. Dem Handelsblatt liegen wesentliche Informationen bereits vor.

Die neuen Angebote illustrieren den Boom im ETF-Geschäft. In Europa startete das Geschäft erst vor zwei Jahren, als die Frankfurter Börse ihr entsprechendes Marktsegment etablierte. Deborah Fuhr, bei Morgan Stanley für das europäische und asiatische ETF-Research verantwortlich, zählt "jetzt schon 74 Produkte mit 109 Notierungen an sechs Handelsplätzen". Die Frankfurter Börse ist, gemessen an den Umsätzen von 5,3 Mrd. Euro im Januar (siehe Grafik), Marktführer. Die Dreiländerbörse Euronext folgt auf Platz zwei. Das Interesse konzentriert sich auf Produkte für bekannte Indizes: Am meisten gehandelt wurden im Januar die ETF auf den Dax, Cac 40 und Euro Stoxx 50.

Indexfonds sind deshalb gefragt, weil sie höhere Erträge abliefern als viele aktiv gemanagte Produkte. Die börsengehandelte Variante hat zusätzliche Vorteile. Deshalb werden ETF gegenüber traditionellen Indexfonds an Boden gewinnen, meint Andreas Fehrenbach, Geschäftsführer der zur Hypo-Vereinsbank gehörigen Investmentgesellschaft Indexchange. Sie wurde ausschließlich zu dem Zweck gegründet, börsengehandelte Indexfonds aufzulegen. Fehrenbach: "Die jederzeitige Handelsmöglichkeit an der Börse ist ein Vorteil gegenüber der nur einmal täglichen Preisfeststellung. Außerdem hat der ETF aufgrund seiner Konstruktion geringere Kosten." Thomas Meyer zu Drewer, der Leiter des Aktienfondsmanagements bei Activest, sieht das etwas anders: "Fondssparpläne beispielsweise gibt es nur für traditionelle Fonds." Activest, die angestammte Investmentgesellschaft der Hypo-Vereinsbank, ist mit 5,8 Mrd. Euro Volumen deutscher Marktführer im Geschäft mit traditionellen Indexfonds.

Die Neuheiten: Unter dem Markennamen "Unico I-Tracker" kommen zunächst sechs Indexfonds für europäische MSCI-Branchenindizes. Es handelt sich um die Sektoren Telekom-Service, Gesundheitsfürsorge, Finanzen, Energie, langlebige Konsumgüter und Verbrauchsgüter. Eine Besonderheit ist der "weltweit erste börsengehandelte Indexfonds auf die Messlatte MSCI Welt, die rund 1 500 Werte umfasst", wie ein Sprecher des Indexanbieters MSCI erklärt.

Neu für die internationalen ETF-Handelsplätze sind zudem zwei spezielle aktiv gemanagte Produkte: Unter der Dachmarke "Unico ConClusio" bietet die Gesellschaft zwei durch Computermodelle gesteuerte Portfolios für europäische und internationale Aktien an, bei denen das Depot nur einmal im Monat verändert wird. Als Berater fungiert die ebenfalls zum genossenschaftlichen Bankenbereich gehörende Investmentgesellschaft DG Panagora Asset Management.

Neben diesen börsengehandelten Produkten wird die Unico auch drei traditionelle Indexfonds (ebenfalls unter Unico I-Tracker) auf den Dax-30, den Nasdaq 100 und den S & P 500 anbieten. Vermögensverwalter für die I-Tracker-Produkte, die mit Managementgebühren von 0,45 bis 0,55 % ausgestattet sein dürften, ist State Street Global Advisors, einer der weltweit größten Spezialisten für passives Management.

Unico soll laut DG Panagora-Geschäftsführer Peter Prentzel ausgewählte Produktfamilien entwickeln und vermarkten. Bei gutem Börsenstart der beiden aktiv gemanagten Fonds will Prentzel weitere folgen lassen: "Wir denken an die Anlageschwerpunkte europäische Renten und Euro-Geldmarkt." Aus dem Unico-Umfeld verlautet außerdem, dass den europäischen Branchenprodukten im zweiten Schritt globale Branchen-Indexfonds folgen könnten.

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