Investmentidee
Bundesanleihen sind bei Investoren heiß begehrt

Deutsche Bundesanleihen sind bei Investoren wieder begehrt. Einer Umfrage der Analysegesellschaft Ried, Thunberg & Co. zufolge sind die Händler für die Kursentwicklung so optimistisch wie seit Oktober 2001 nicht mehr. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

HB FRANKFURT/NEW YORK. Sie gehen davon aus, dass der Konjunktureinbruch letztlich den Anstieg der Verbraucherpreise dämpfen wird, so dass die Europäische Zentralbank die Zinsen erstmals seit 2003 senken kann. Der Ried-Thunberg-Index misst die Stimmung unter Fondsmanagern mit einem verwalteten Kapital von insgesamt 1,41 Bill. Dollar.

"Wir sind nun besser positioniert für eine Phase der Outperformance in Europa", sagt Robert Robis. Der Fondsmanager hatte bereits im vergangenen Quartal und damit zu früh auf eine Rally bei europäischen Anleihen gesetzt. "Die Wachstumszahlen sind in Europa derzeit so schlecht, dass sie wahrscheinlich irgendwann eine Zinssenkung in Erwägung ziehen, wenn die Inflation ihren Gipfel erreicht hat." Der Ried-Thunberg-Index stieg am 8. August bei deutschen Bundesanleihen zuletzt auf 60. Eine Woche zuvor lag er noch bei 52. Ein Wert über 50 signalisiert, dass die Anleger bis Oktober mit steigenden Kursen bei den deutschen Staatspapieren rechnen.

Robis spielt mit dem Gedanken, wieder einzusteigen. Fondsmanager bei Pictet & Cie, Brandywine Global Investment Management und Evergreen International Advisers setzen darauf, dass europäische Staatsanleihen höhere Erträge einbringen werden als US-Treasuries. Nachdem europäische Anleihen im ersten Halbjahr noch hinterherhinkten, hat nun eine Rally eingesetzt. Bundesanleihen haben seit Juni einen Ertrag von 3,18 Prozent eingefahren, während US-Treasuries nur 1,29 Prozent abgeworfen haben, geht aus Daten von Merrill Lynch hervor. In Großbritannien, das nicht zum EuroRaum gehört, brachten die Gilts einen Ertrag von 4,07 Prozent, französische Papiere kamen auf 3,43 Prozent und italienische Staatsanleihen auf 3,57 Prozent.

Die Optimisten verweisen bei den Bundesanleihen darauf, dass die Konjunkturabschwächung aus den USA auf Europa übergreift. Das Bruttoinlandsprodukt des EuroRaums ist im zweiten Quartal erstmals seit Einführung des Euros vor knapp einem Jahrzehnt geschrumpft. Für die europäischen Papiere sprechen auch die Zinserwartungen.

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