Investmentidee des Tages
Auf fallenden Ölpreis setzen

Zugegeben, mit der Prognose, dass der Ölpreis auf Sicht der kommenden Monate sinken wird, lagen viele Experten in den vergangenen Jahren gründlich daneben. Aber jetzt ist die erste nennenwerte Korrektur im Gange. Wie Anleger jetzt reagieren können. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

Um sich aber zu vergegenwärtigen, wie es um die aktuelle Wahrnehmung des Ölpreis etwa in Deutschland bestellt ist, lohnt ein Blick auf die Internetseite Google News http://news.google.de/, die ein spannendes Feature bietet: Mit ihr lässt sich recherchieren, wie oft Personen in den vergangenen Wochen in den Medien aufgetaucht sind.

Claudia Kemfert, die Energie-Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaft und bekannt für bullishe und damit korrekten Ölpreisprognosen war in den letzten vier Wochen demnach nicht weniger als 460 Mal als Öl-Expertin in deutschen Medien präsent-sei es persönlich oder sei es, weil Zeitungen und Dienste Agenturmeldungen mit Aussagen der Energieexpertin übernommen haben. Das ist insofern beeindruckend, als sie damit auf mehr Nennungen kommt, als ihr Chef Klaus Zimmermann , dessen Kollege und ZEW-Leiter Wolfgang Franz, Commerzbank-Chef Martin Blessing, Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter und Postbank-Chef Wolfgang Klein in den letzten vier Wochen zusammen. Diese Spitzen der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute und Bankenszenen werden in diesen bewegten Börsen- und Konjunkturzeiten zusammen nur 306 mal binnen vier Wochen zitiert.

Knapp 130 US-Dollar kostet ein Barrel Öl derzeit. Das ist - gemessen am Hoch von 147 US-Dollar - die erste nennenswerte Korrektur, seit Öl den Preisauftrieb Anfang 2007 bei knapp 60 US-Dollar startete. Angesichts der Tatsache, dass die Frühindikatoren für die Weltwirtschschaft in diesem und nächstem Jahr ein Abkühlung andeuten, deuten Öl-Bären den Kursrückgang als Anzeichen eines absehbaren Nachfragerückgangs.

Spekulative Anleger können mit so genannten Mini-Shorts eine Wette auf einen fallenden Ölpreis wagen. ABN Amro offeriert einen solchen Mini-Short mit einem Hebel von 2,1 auf Kursveränderungen des Ölpreis. Das Mini-Short-Zertfikat (NL0006309890) hat einen Basispreis von 189 US-Dollar und eine eingebaute Stoploss-Marke von 181,80 US-Dollar und kostet derzeit 38,50 Euro. Trotz der eingebauten Stop-Loss-Marke sollten Anleger die Spekulation spätestens dann schließen, wenn der Ölpreis sein altes Allzeithoch von 147 US-Dollar überläuft. Neben der Entwicklung des Ölpreis spielt auch der Dollar in der Kursstellung des Zertifikats eine Rolle - ein schwächerer Dollar ist schlecht, ein stärkerer gut für Halter des Zertifikats selbst bei unverändertem Ölpreis.

Konservativere Investoren, auf eine weitere Korrektur des Ölpreises setzen wollen oder sich gegen fallende Ölpreise absichern möchten, bietet der neue SGI Short Brent Index eine neue Anlagemöglichkeit. Der Index wurde von der Société Générale konzipiert und wird von Standard and Poor´s berechnet. Die Wertentwicklung des SGI Short Brent Index ist umgekehrt proportional zur Entwicklung des jeweils nächst fälligen Brent Crude Oil Future. Sollte also der Öl-Terminkontrakt um fünf Prozent, sollte das Zertifikat um die gleiche Menge steigen. Allerdings kann es nach Angaben der französicshen Großbank im Falle hohen Schwankungen des Ölpreises über einen längeren Zeitraum zu Abweichungen kommen. Zudem können sowohl Rollgewinne als auch Rollverluste entstehen, da monatlich aus dem fällig werdenden in den darauf folgenden Brent Crude Oil Future gerollt werden muss. Dies geschieht anteilig während der letzten drei Handelstage des jeweiligen Futureskontraktes.

Die Société Générale hat zwei Zertifikate auf den Index emittiert - eines ohne Währungsabsicherung (WKN SG0TBR) und eines mit (WKN SG0TBR).

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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