Investmentidee des Tages
Inflationssorge stützt Gold

Steigende Inflationsraten, ein eher schwacher US-Dollar und Kursverluste an den Aktienbörsen - das Umfeld für das Edelmetall Gold hat sich wieder deutlich verbessert. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

HB KAPSTADT/DÜSSELDORF. Im Preis hat sich dies bereits niedergeschlagen, und Experten sind mehrheitlich optimistisch, dass er noch weiter steigen wird. Mit bis zu 945 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) kostete Gold zwischenzeitlich so viel wie zuletzt vor rund zehn Wochen; gestern pendelte der Preis um 920 Dollar.

Im März hatte das Edelmetall allerdings noch deutlich höher notiert und das Allzeithoch von 1 033 Dollar erreicht. Seither war es bis auf 850 Dollar gefallen und schwankte zuletzt um 900 Dollar. Nun könnte ein neuerlicher Preisschub kommen.

"Die kurzfristigen Bewegungen des Goldpreises werden zurzeit von den Zu- und Abflüssen bei Goldinvestments zu Anlagezwecken bestimmt", sagt Graham Birch, Leiter des Rohstoffteams bei Blackrock. Derzeit sorgten sich die Anleger zunehmend über den wachsenden Inflationsdruck - und die Fähigkeit der Zentralbanken, dem Druck zu begegnen, während sie gleichzeitig versuchten, die Kreditkrise zu lösen und das wirtschaftliche Wachstum zu stabilisieren. "Dies stärkt die Nachfrage der Anleger", sagt Birch. "Wir haben in den letzten Wochen massive Zukäufe im Indexfondsbereich (ETF) gesehen", sagt Thorsten Proettel, Goldexperte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Allein in den USA seien über börsennotierte Indexfonds seit Ende Mai rund 70 Tonnen Gold gekauft worden.

Ein immer größerer Teil spekulativ angelegten Geldes, das zuvor in strukturierte Finanzinstrumente geflossen ist, sucht nun nach weniger risikoträchtigen Anlagen - und findet diese im Rohstoffbereich, vor allem im Gold. Das Edelmetall hat dabei eine Sonderstellung, es gilt als ein untypischer Rohstoff. Gold ist wertbeständig und wird daher bei Krisen und in inflationären Zeiten als Ersatzwährung genutzt. Gold kann quasi wie Geld eingesetzt werden und eignet sich damit zur Diversifikation des Anlageportfolios.

"Immer mehr Anleger beschäftigt die Frage, wer die Inflation bekämpfen soll, wenn die US-Notenbank (Fed) sich auf die Rettung und die monetäre Absicherung des Finanzsystems konzentrieren muss", sagt auch Christoph Buchmann von Incentive Asset Management. Schließlich seien den Zentralbanken im heutigen Finanzmarktumfeld die Hände bei der Inflationsbekämpfung gebunden. "Fallen aber die Zentralbanken aus, so erhalten die Edelmetalle wieder ihr altes Mandat des Inflationsschutzes", meint Buchmann. Dies werde mittelfristig nicht nur die Goldnotierungen, sondern auch die Preise anderer Edelmetalle auf Höchststände treiben. Bisher sei nur unklar, ob der Markt schon jetzt für Höhenflüge bereit sei.

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