Investmentidee des Tages
Rollen reduziert das Risiko

Vor rund anderthalb Jahren sind die ersten Rolling-Bonus-Zertifikate auf den Markt gekommen. Die Bilanz kann sich aufgrund der schwachen Börsenentwicklung sehen lassen. Wie Sie von diesem Zertifikate-Typ profitieren können. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Geringeres Verlustrisiko - und dennoch von Kurssteigerungen profitieren. Das ermöglichen Bonuszertifikate, wenn man von Dividenden absieht. Die gehen auf das Konto der Bank, die mit den Dividenden die Bonusstruktur finanziert.

Bonuszertifikate haben normalerweise eine begrenzte Laufzeit und nach Ablauf der Frist müssen Anleger bei der Wiederanlage neu entscheiden: Wie hoch soll das Risiko, der Abstand zur Sicherheitsschwelle, oder die Chance werden, also die Höhe der Bonuszahlung? Wer es lieber bequem haben möchte, der kann mit so genannten Rolling-Bonus-Zertifikaten diese Entscheidung den Banken überlassen.

Die Produkte haben sich in den vergangenen anderthalb Jahren bewährt - zumindest in schwachen Börsenphasen. So hat der Euro Stoxx 50, der Index für europäische Standardwerte, seit Januar 2008 15 Prozent verloren. Rolling-Bonuszertifkate von der Commerzbank (WKN CB5DZW) oder Société Générale (WKN SG34T9) auf den gleichen Basiswert haben nur minimale Verluste bzw. kleine Gewinne erzielt. Vor allem seit dem Börsencrashs Anfang 2008 entwickeln die sich besser. Die Banken haben ihren "rollierenden Rhythmus" unterschiedlich ausgestattet.

Die Commerzbank kauft beispielsweise nach zwölf Monaten Laufzeit ein neues Bonuszertifikat, das den aktuellen Marktbedingungen angepasst ist. Das Bonusniveau liegt jeweils vier Prozent über dem aktuellem Indexstand. Die Société Générale hat zwei Rolling-Bonus-Indizes aufgelegt. Diese bestehen jeweils aus vier Zertifikaten mit unterschiedlichen Laufzeiten. Alle drei Monate wird ein Bonuszertifikat von den vieren ersetzt.

Ein Index ist defensiv ausgerichtet, wenn das Bonusniveau beim Rollen auf Höhe des Indexstandes liegt (WKN SG34RB). Beim neutral ausgerichteten Index (WKN: SG34T9) liegt das Bonusniveau wie bei der Commerzbank vier Prozent über dem Indexstand. Beide Banken nehmen für das Rollen eine ähnliche Gebühr (Commerzbank 0,7 Prozent p.a., Société Générale 0,75 Prozent p.a.). Aufgrund der quartalsweisen Anpassung bieten die Zertifikate der französischen Bank eine höhere Sicherheit. So liegt derzeit die Sicherheitsschwelle beim Commerzbank-Zertifikat bei 3 293 Zählern, knapp 250 Zählern unterhalb des aktuellen Standes. Zum Vergleich: Beim neutralen Société-Index liegt diese Schwelle beim "schwächsten" der vier Bonuszertifikate knapp 150 Punkte tiefer - und das bei einer drei Monate kürzeren Laufzeit.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%